Renk: 150 Millionen Dollar für Michigan-Werk

Trotz Rekordaufträgen belastet schwacher Cashflow die Renk-Aktie. Der Q1-Bericht am 6. Mai wird zeigen, ob sich die Liquiditätslage verbessert.

Die Kernpunkte:
  • Starke Auftragsbücher, schwacher Mittelzufluss
  • Jefferies bestätigt Kaufempfehlung mit Kursziel 78 Euro
  • Rekordauftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro
  • Expansion in USA und Polen geplant

Jefferies bekräftigt das Kaufvotum, die Auftragsbücher sind prall gefüllt — und trotzdem notiert die Renk-Aktie rund 39 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Der Widerspruch hat einen Namen: Cashflow.

Starke Zahlen, schwacher Mittelzufluss

Das Geschäftsjahr 2025 las sich auf den ersten Blick beeindruckend. Der Umsatz kletterte auf 1,37 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg um rund 22 Prozent auf 230 Millionen Euro, der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 101 Millionen Euro. Für 2025 schlägt das Unternehmen eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie vor — nach 0,42 Euro im Vorjahr.

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Das Cashflow-Bild trübte diese Rekordwerte jedoch ein. Mit 67 Millionen Euro freiem Cashflow blieb Renk klar unter den eigenen Erwartungen. Rund 200 Millionen Euro Umsatz wurden ins erste Halbjahr 2026 verschoben — verbuchte Aufträge, die noch nicht in Liquidität umgewandelt sind. Genau dieses Problem werden Investoren am 6. Mai unter die Lupe nehmen, wenn Renk die Q1-Quartalsmitteilung veröffentlicht und den Conference Call abhält.

Analysten sehen Potenzial — mit Abstand

Jefferies hält an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 78 Euro fest. Das Management habe einen starken Auftragseingang gemeldet und zeige sich zuversichtlich, die obere Hälfte der Jahreszielspanne beim bereinigten EBIT zu erreichen. JPMorgan sieht den fairen Wert bei 75 Euro, die DZ Bank bei 65 Euro. Gemessen am aktuellen Kurs von 54,44 Euro implizieren selbst die konservativsten Ziele noch spürbares Aufwärtspotenzial.

Der Auftragsbestand liegt auf Rekordniveau von 6,68 Milliarden Euro, über 90 Prozent des anvisierten 2026er-Umsatzes gelten als gesichert. Für das laufende Jahr erwartet das Management mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz, das bereinigte EBIT soll zwischen 255 und 285 Millionen Euro landen.

Expansion als Wachstumstreiber

Renk baut parallel zur laufenden Kapazitätserweiterung seine internationale Präsenz aus. Das Werk in Muskegon, Michigan, soll bis 2030 rund 150 Millionen Dollar erhalten — dort lassen sich Aufträge über das US Foreign Military Sales-Programm ohne deutsche Exportbeschränkungen abwickeln. In Polen plant Renk neue Service- und Produktionsanlagen, von denen aus Kunden in der Ukraine und im Baltikum beliefert werden sollen. Das Investitionsvolumen in der Region beläuft sich auf rund 500 Millionen Euro über fünf Jahre.

Im Augsburger Stammwerk steigt die Jahreskapazität bis Ende 2026 auf 800 Getriebeeinheiten — mehr als das Zweieinhalbfache der Vorkriegs-Kapazität von 300 Stück.

Die Aktie hat sich seit dem 52-Wochen-Tief von 46,64 Euro im März um knapp 17 Prozent erholt, notiert auf Wochensicht aber leicht im Minus. Am 6. Mai wird sich zeigen, ob die verschobenen Umsätze planmäßig verbucht wurden — und ob Renk den Abstand zwischen Auftragsvolumen und tatsächlichem Mittelzufluss endlich schließt. Die Hauptversammlung folgt am 10. Juni 2026.

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