Renk Aktie: 46,80 Prozent unter Rekordhoch

Renk-Aktie verliert trotz deutscher Aufrüstungspläne massiv an Wert. Geopolitische Spannungen und Charttechnik belasten den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Wochenverlust von fast acht Prozent
  • Kurs weit unter Rekordhoch
  • FCAS-Projekt vor dem Aus
  • Widerstandslinien in weiter Ferne

Die Kassen der Rüstungskonzerne klingeln. Deutschland plant massive Investitionen in die Bundeswehr. Die politische Marschroute ist klar. Bei der Renk Group kommt diese Euphorie an der Börse allerdings nicht an. Das vergangene Wochenende beendete das Papier bei 47,20 Euro. Ein Wochenverlust von 7,79 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 14,46 Prozent. Die Realität auf dem Parkett sieht düster aus.

Risse im europäischen Bündnis

Der europäische Rüstungsmarkt baut sich gerade komplett um. Deutschland will seine Militärausgaben im Vergleich zu Frankreich verdoppeln. Das Ziel: die stärkste konventionelle Streitkraft Europas. In Paris weckt das bereits Ängste vor einer neuen Machtverteilung. Für deutsche Rüstungsschmieden bedeutet dieser Kurswechsel eigentlich volle Auftragsbücher.

Aber Großprojekte bergen massive Risiken. Das deutsch-französische Kampfflugzeugsystem FCAS steht offenbar vor dem Aus. Berlin sieht in der bisherigen Zusammenarbeit keine Zukunft mehr. Eine Allianz um Airbus plant nun einen eigenen Eurofighter-Nachfolger. Renk baut zwar keine Flugzeuge. Solche Risse im Bündnis zeigen jedoch die Fragilität der Branche. Platzen gemeinsame Projekte, wackeln auch die Zeitpläne der Zulieferer.

Brutaler Absturz im Chart

Ein Blick auf den Chart erklärt die Nervosität. Renk notiert 46,80 Prozent unter dem Rekordhoch. Ein brutaler Absturz. Immerhin hält das Tief von 42,12 Euro als Unterstützung.

Die Volatilität bleibt mit 51,46 Prozent extrem hoch. Die Aktie kämpft mit wichtigen Widerständen. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt schmerzhafte 19,10 Prozent. Auch der 50-Tage-Durchschnitt bei 51,51 Euro liegt in weiter Ferne.

Der RSI-Indikator signalisiert mit 39,9 immerhin keinen überkauften Zustand. Raum für eine Gegenbewegung ist vorhanden. Dafür braucht es allerdings handfeste Impulse. Nächste Woche blicken die Märkte auf neue Konjunkturdaten. Die EU-Handelsbilanz und der ZEW-Index stehen auf der Agenda. Diese Zahlen lenken den allgemeinen Risikoappetit.

Das Spannungsfeld bleibt

Renk bleibt ein klassisches Spannungsfeld. Die langfristigen Wachstumsaussichten der Spezialisten für Antriebstechnik sind intakt. Die fundamentale Nachfrage steigt. Kurzfristig diktiert jedoch die Unsicherheit um europäische Rüstungsprojekte den Kurs. Fällt die Unterstützung bei 42,12 Euro, drohen weitere Verluste.

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