Renk Aktie: 6 Prozent Minus nach F126-Aus
Das Aus für das F126-Programm und der geplante Börsengang von KNDS setzen die Renk-Aktie massiv unter Druck.

- Fregatten-Projekt F126 gestoppt
- Aktie verliert knapp sechs Prozent
- KNDS-IPO sorgt für Kapitalabfluss
- RSI nahe überverkaufter Zone
Das Bundesverteidigungsministerium stoppt das Fregatten-Programm F126 — und Renk zahlt die Rechnung. Die Aktie verliert am Mittwoch knapp sechs Prozent und notiert bei 43,21 Euro. Das 52-Wochen-Tief liegt nur noch 2,6 Prozent entfernt.
Milliardenprojekt gestrichen
Verteidigungsminister Boris Pistorius beendet das größte Rüstungsvorhaben der deutschen Marine. Ursprünglich sollten sechs Fregatten der Klasse F126 gebaut werden. Die Kosten stiegen dabei von 10 auf über 18 Milliarden Euro — zu viel für Berlin.
Das Ministerium wechselt den Kurs. Statt F126 beschafft es acht MEKO A-200-Fregatten bei ThyssenKrupp Marine Systems. Das neue Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 11,6 Milliarden Euro. TKMS-Aktien legten zweistellig zu. Renk, als Lieferant für Getriebe- und Antriebstechnik bei der gestoppten Klasse, verliert entsprechend.
Doppelter Gegenwind
Parallel belastet der bevorstehende Börsengang von KNDS die Stimmung. Der deutsch-französische Panzerbauer plant ein Listing in Frankfurt und Paris. Rund 20 Prozent der Anteile sollen platziert werden — bei einer erwarteten Bewertung von 15 bis 18 Milliarden Euro. Das zieht Kapital aus dem Sektor ab.
Marktbeobachter sehen darin eine Umschichtung. Anleger reduzieren Positionen in etablierten Rüstungswerten, während sie Kapital für den KNDS-IPO freihalten. Renk trifft das doppelt: Projektausfall und Kapitalabfluss.
Technisches Bild bleibt angespannt
Der RSI liegt bei 35,4 — knapp oberhalb der technisch überverkauften Zone. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 88,73 Euro hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Werts verloren. Auf Jahressicht beträgt das Minus rund 32 Prozent.
Die Berenberg Bank hält trotzdem an ihrem Kursziel von 72,00 Euro fest. Die Bank sieht Erholungspotenzial, knüpft das aber an eine Stabilisierung der Auftragslage in anderen Segmenten. Ob Renk diese Lücke kurzfristig schließen kann, hängt davon ab, ob das Unternehmen Anschlussaufträge außerhalb des gestrichenen Marineprogramms gewinnt.
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