Renk Aktie: 6,9 Milliarden Auftragsbestand bei Kurs-Talfahrt
Renk Group verzeichnet Rekordaufträge, während der Aktienkurs stark fällt. Das Management plant eine Strategiepräsentation, um die Kluft zu erklären.

- Rekordauftragseingang von 582 Millionen Euro
- Aktienkurs 47 Prozent unter Jahreshoch
- Präsentation neuer Antriebstechnologien auf Eurosatory
- Strategie-Update für Ende Juni angekündigt
Fast 47 Prozent unter dem Jahreshoch — und trotzdem Rekordauftragsbestand. Bei Renk Group klaffen operative Stärke und Börsenbewertung weit auseinander. Jetzt will das Management die Lücke erklären.
Aufträge auf Allzeithoch, Kurs auf Talfahrt
Der Auftragseingang im ersten Quartal 2026 erreichte 582 Millionen Euro — der stärkste Jahresauftakt der Firmengeschichte. Der Gesamtauftragsbestand kletterte auf 6,9 Milliarden Euro. Davon liegen 2,6 Milliarden Euro als fest kontrahierte Bestellungen vor.
Für 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro an. Mehr als 90 Prozent dieses Ziels sind bereits durch feste Aufträge abgesichert.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 47,05 Euro — rund 47 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 88,73 Euro. Auf Jahressicht verlor das Papier knapp 32 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt besteht noch ein Abstand von fast 19 Prozent.
Von Getrieben zu digitaler Mobilität
Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentiert Renk unter dem Label „NextGen Mobility“ eine technologische Neuausrichtung. Gemeinsam mit dem finnischen Partner Patria zeigt das Unternehmen ein Konzept für ein unbemanntes schweres Bodenfahrzeug.
Kern der Entwicklung ist die sogenannte Drive-by-Wire-Technologie. Sie steuert Lenk-, Brems- und Antriebsfunktionen rein elektronisch. Renk will sich damit als Systemanbieter für autonome Gefechtsfahrzeuge positionieren.
Parallel laufen operative Meilensteine: Im Juni startete die Fertigung des 4.000sten HSWL-354-Getriebes für den Leopard 2. Außerdem steigt Renk mit dem neuen ESM-280-Getriebe in den Markt für gepanzerte Radfahrzeuge ein.
Analysten konstruktiv, Führung neu aufgestellt
Jefferies senkte das Kursziel von 78 auf 70 Euro, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Die Bank sieht Landsysteme weiterhin als eines der attraktivsten Segmente im Rüstungssektor.
Auf der Hauptversammlung am 10. Juni übernahm Dr. Klaus Richter den Aufsichtsratsvorsitz. Er bringt Erfahrung aus Führungspositionen bei Airbus und der Diehl-Gruppe mit.
Strategie-Update als nächster Prüfstein
Ende Juni plant das Management eine Strategiepräsentation vor Analysten. Dabei soll das Investitionsprogramm von bis zu 325 Millionen Euro bis 2028 konkretisiert werden. Das Geld fließt vor allem in Digitalisierung und vorausschauende Wartungssysteme — mit dem Ziel, die Profitabilität spürbar zu steigern.
Technisch notiert die Aktie mit einem RSI von 42,3 im neutralen Bereich. Die 50-Tage-Linie bei 51,03 Euro bleibt der nächste relevante Widerstand. Das Strategie-Update Ende Juni wird zeigen, ob das Management die Bewertungslücke mit konkreten Zahlen schließen kann.
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