Renk Aktie: DB Defence Conference und Baden-Baden im Fokus

Trotz Rekordaufträgen leidet der Aktienkurs. Das Management steht auf zwei Konferenzen unter Druck, die operative Umsetzung zu erklären.

Die Kernpunkte:
  • Rekordauftragseingang von 582 Millionen Euro
  • Umsatzprognose von 1,5 Milliarden Euro bestätigt
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn über 13 Prozent im Minus
  • Charttechnisch wichtige Unterstützung bei 42,12 Euro

Die Auftragsbücher sind voll, der Aktienkurs schwächelt. Bei Renk klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit auseinander. In der neuen Handelswoche muss das Management liefern. Zwei wichtige Investorenkonferenzen stehen an.

Am Montag präsentiert sich der Rüstungskonzern auf der DB Defence Conference in London. Zwei Tage später folgt ein Auftritt in Baden-Baden. Investoren blicken dabei weniger auf neue Visionen. Sie fordern Antworten zur operativen Umsetzung. Renk meldete für das erste Quartal einen Rekordauftragseingang von 582 Millionen Euro. Der Auftragsbestand türmt sich auf fast sieben Milliarden Euro. Die Vorgabe ist klar: Das Unternehmen muss diesen Berg zügig abarbeiten.

Margen im Blick

Bislang wächst das Geschäft solide. Im Auftaktquartal stieg der Umsatz leicht auf rund 284 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte prozentual zweistellig auf gut 42 Millionen Euro. Die Gewinnmarge erreichte dabei 15 Prozent.

Besonders das Segment für Fahrzeugantriebe wächst rasant. Hier erwartet Renk allerdings erst im zweiten Halbjahr deutlich höhere Auslieferungsvolumen. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seiner Prognose fest. Der Umsatz soll 1,5 Milliarden Euro übersteigen. Bestehende Verträge sichern bereits über 90 Prozent dieser Summe ab.

Rückenwind aus Brüssel und Ankara

Parallel zum operativen Geschäft stützt das politische Umfeld. Auf EU-Ebene diskutieren Regierungsvertreter über gemeinsame Rüstungsfinanzierungen und den Abbau von Bürokratie. Die Verteidigungsbereitschaft soll bis 2030 massiv steigen.

Auch die NATO erhöht den Druck auf ihre Mitglieder. Höhere Verteidigungsausgaben und der Ausbau industrieller Kapazitäten stehen ganz oben auf der Agenda. Diese Themen prägen auch den bevorstehenden NATO-Gipfel Anfang Juli in Ankara. Dort trifft die Industrie direkt auf Politiker.

Charttechnik bleibt angespannt

An der Börse kommt diese Fantasie aktuell kaum an. Zwar schloss die Renk Aktie am Freitag mit einem Plus von 2,38 Prozent bei 47,95 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von über 13 Prozent auf der Kurstafel.

Das technische Bild bleibt fragil. Der Kurs notiert unter den wichtigen mittelfristigen Trendlinien. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 17 Prozent. Auf der Unterseite markiert das Jahrestief bei 42,12 Euro die wichtigste Haltezone.

Die kommenden Tage liefern einen klaren Fahrplan. Überzeugt das Management auf den Konferenzen mit Details zu Lieferketten und Margen, festigt sich die jüngste Kursstabilisierung. Enttäuschen die Aussagen zur zweiten Jahreshälfte, droht ein erneuter Test der Tiefststände.

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