Renk Aktie: Wachstum mit Schwankungen

Der Rüstungsspezialist Renk sichert sich einen wichtigen US-Militärauftrag und kündigt umfangreiche Investitionen in Deutschland an, während die Aktie nach starkem Jahresgewinn korrigiert.

Die Kernpunkte:
  • Fünfjahresvertrag mit US-Armee über 75,5 Mio. Dollar
  • Investitionen von 325 Mio. Euro bis 2028 in Deutschland
  • Aktie notiert ein Drittel unter Jahreshoch
  • Analysten sehen Potenzial bis zu 76 Euro

Nach einem beeindruckenden Lauf im vergangenen Jahr gönnt sich die Renk Aktie eine Atempause. Trotz deutlich zweistelliger Gewinne auf Sicht von zwölf Monaten hat der Titel zuletzt einen Teil der Gewinne abgegeben. Im Hintergrund laufen jedoch wichtige Weichenstellungen – von einem neuen US-Army-Auftrag bis zu einer dreistelligen Millionensumme für den Standort Deutschland.

Starke Performance, spürbare Korrektur

Gestern schloss die Aktie bei 60,33 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht damit immer noch ein Plus von gut 14 % zu Buche, seit Jahresanfang rund 9,5 %. Über zwölf Monate betrachtet hat sich der Kurs sogar um mehr als 160 % nach oben geschoben.

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Gleichzeitig bleibt die Schwankungsbreite hoch. Vom 52-Wochen-Tief bei 22,14 Euro im Januar 2025 bis zum Hoch bei 88,73 Euro im Oktober 2025 vervielfachte sich der Kurs. Aktuell notiert die Aktie etwa ein Drittel unter diesem Spitzenwert. Der Abstand von gut 8 % über dem 50-Tage-Durchschnitt und knapp 7 % unter dem 200-Tage-Durchschnitt signalisiert eine Zwischenphase zwischen kurzfristiger Stärke und längerfristiger Konsolidierung.

US-Army-Auftrag als Rückenwind

Operativ meldet Renk eine wichtige Vertragsverlängerung im US-Geschäft. Die US-Tochter RENK America hat einen Rahmenvertrag mit der US-Armee über fünf Jahre gesichert. Das Gesamtvolumen kann sich auf bis zu 75,5 Millionen US-Dollar summieren.

Kern des Vertrags ist die Lieferung von Antriebs- und Getriebetechnik für Bodenkampffahrzeuge, konkret:

  • Vertragslaufzeit: 5 Jahre
  • Maximales Auftragsvolumen: 75,5 Mio. US-Dollar
  • Lieferumfang: Getriebe-, Motor- und Powerpack-Lösungen für Kampffahrzeuge

Der Auftrag stützt das US-Geschäft und untermauert die Rolle von Renk als Spezialist für Antriebssysteme im militärischen Bereich.

Milliardenprogramm „Made for Germany“

Parallel dazu verstärkt der Konzern seine Präsenz im Heimatmarkt. Im Rahmen der Initiative „Made for Germany“ plant Renk Investitionen von bis zu 325 Millionen Euro bis 2028 in Deutschland. Die Mittel sind klar auf drei strategische Schwerpunkte verteilt:

  • Digitale Transformation: Modernisierung der Produktionsprozesse
  • Innovation: Entwicklung neuer Antriebssysteme für Kettenfahrzeuge
  • Kapazitätsausbau: Erweiterung der Produktion an den Standorten Augsburg und Rheine

CEO Dr. Alexander Sagel stellt diese Investitionen als Bekenntnis zum Standort Deutschland und zur Sicherung der zukünftigen Lieferfähigkeit dar – vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsetats in Europa und den USA.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick

Finanziell bewegt sich Renk derzeit in einer Wachstums- und Investitionsphase. Einige Kennzahlen stechen hervor:

  • Marktkapitalisierung: ca. 5,5 Mrd. Euro
  • Umsatz (TTM): 1,29 Mrd. Euro
  • Gewinnmarge: 7,86 %
  • KGV: rund 55
  • Eigenkapitalrendite (ROE): ca. 25 %
  • Dividendenrendite: etwa 0,7 %

Das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis spiegelt die Wachstumsfantasie wider, die sich vor allem aus dem vollen Auftragsbuch und dem Ausbau der Kapazitäten speist. Die Eigenkapitalrendite liegt deutlich über vielen Industrie- und Rüstungstiteln und signalisiert eine bislang effiziente Kapitalnutzung.

Analysten mit überwiegend positiven Kurszielen

Mehrere große Investmentbanken sehen weiteres Potenzial. Zuletzt lauteten einige der veröffentlichten Einschätzungen:

  • Deutsche Bank: Buy, Kursziel 75 Euro
  • JP Morgan: Overweight, Kursziel 75 Euro
  • Berenberg: Buy, Kursziel 76 Euro
  • Goldman Sachs: Neutral, Kursziel 70 Euro

Im Schnitt ergibt sich ein Kursziel von rund 68 Euro und damit ein Aufschlag gegenüber dem aktuellen Kurs um die 60 Euro. Die Mehrheit der Analysten begründet ihre positive Haltung mit den strukturellen Wachstumsaussichten im Rüstungsbereich und der starken Position von Renk in Nischen wie Kettenfahrzeug-Antrieben.

Charttechnik und Volatilität

Die Aktie bleibt ein volatiler Titel. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 44 % bestätigt die ausgeprägten Schwankungen. Im Chart zeigen sich derzeit:

  • Unterstützung im Bereich um 57,50 Euro
  • Kurzfristiger Widerstand nahe den gleitenden Durchschnitten um etwa 63 Euro
  • RSI (14 Tage) bei 61,2 – kein Extremniveau, eher leicht über der Mitte

Kurzfristige Rücksetzer sind damit charttechnisch nicht ungewöhnlich, solange zentrale Unterstützungen halten.

Strategische Perspektive bis 2030

Auf strategischer Ebene profitiert Renk von der anhaltenden Aufrüstung in Europa und den USA. Beim Capital Markets Day 2025 hat das Management ein ambitioniertes Umsatzziel von 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro bis 2030 ausgegeben. Grundlage dafür sind:

  • ein Auftragsbestand auf Rekordniveau
  • die Erweiterung der Produktionskapazitäten
  • die technologische Spezialisierung im Bereich Antriebssysteme für militärische Fahrzeuge

Kurzfristig prägen Schwankungen und Gewinnmitnahmen das Kursbild. Mittel- bis langfristig hängt die weitere Entwicklung maßgeblich davon ab, ob Renk die angekündigten Investitionen in Deutschland fristgerecht umsetzt und die bestehenden Großaufträge – wie den US-Army-Vertrag – planmäßig in Umsatz und Ertrag ummünzt.

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