Renk: Auftragsbestand auf 7,4 Milliarden Euro

Renk Group verzeichnet Rekordauftragsbestand und steigert Umsatz sowie operative Marge. Das Management peilt nun die obere Hälfte der bereinigten EBIT-Prognose an.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 2,7 Prozent
  • Bereinigtes EBIT steigt um 10,1 Prozent
  • Rekordauftragsbestand von 7,4 Milliarden Euro
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlungen

Renk Group hat für das erste Halbjahr 2026 nicht nur beim Auftragseingang neue Bestmarken gesetzt, sondern auch operativ zugelegt. Das Management sieht sich dadurch in der Lage, beim bereinigten EBIT nun die obere Hälfte der bisherigen Prognosespanne für das Gesamtjahr anzustreben.

Diese Anhebung der Zielrichtung ist der eigentliche Kern der jüngsten Unternehmensmeldung – über den reinen Auftragsrekord hinaus, der bereits Anfang des Monats für Aufmerksamkeit gesorgt hatte.

Umsatz und Marge ziehen an

Der Antriebsspezialist steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr auf 637,2 Millionen Euro, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Deutlicher fiel der Ergebnissprung aus: Das bereinigte EBIT kletterte um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro, die entsprechende Marge verbesserte sich von 14,4 auf 15,4 Prozent.

Der operative Free Cashflow legte von 11,5 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr auf rund 42 Millionen Euro zu – ein Fortschritt, der die finanzielle Basis für weiteres Wachstum stärkt.

Beim Gewinn je Aktie zeigt sich im zweiten Quartal allerdings ein anderes Bild: Mit 0,15 Euro lag der Wert unter den 0,30 Euro des Vorjahresquartals. Der Rückgang steht im Kontrast zur insgesamt verbesserten operativen Ertragslage und dürfte auf Sondereffekte oder eine veränderte Aktienbasis zurückzuführen sein, ohne dass die Zahlen dazu näher aufgeschlüsselt wurden.

Auftragsbestand auf Rekordniveau

Der gesamte Auftragsbestand erreichte zum Ende des ersten Halbjahres mit 7,4 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch, nach 6,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2025. Diese Visibilität auf künftige Umsätze gilt als zentrales Argument der Investmentstory.

Medienberichten zufolge trägt zudem ein neuer Auftrag der US Army zur Stabilisierung des Auftragstrends bei – ein weiterer Baustein, der die internationale Nachfrage nach Renk-Antriebstechnik unterstreicht.

Analysten bestätigten Kaufvoten

Nach Vorlage der Halbjahreszahlen bekräftigte die Deutsche Bank am 10. August ihre Kaufempfehlung für die Aktie und beließ das Kursziel bei 73,00 Euro. Auch die DZ Bank stufte den Titel am selben Tag weiterhin mit „Kaufen“ ein und bezifferte den fairen Wert auf 64,00 Euro, mit Verweis auf die hohe Visibilität der künftigen Geschäftsentwicklung.

Der aktuelle Kurs von 51,39 Euro im vorbörslichen Handel liegt damit spürbar unter beiden Kurszielen. Zugleich notiert die Aktie rund 43 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 90,20 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres markiert wurde.

Auf Monatssicht hat sich das Papier dagegen deutlich erholt und um 17 Prozent zugelegt, was sich auch im Abstand von 10 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt widerspiegelt.

Blick nach vorn

Die nächste Standortbestimmung folgt am 5. November mit den Ergebnissen für das dritte Quartal 2026. Bis dahin dürfte die Frage im Mittelpunkt stehen, ob sich der starke Auftragstrend in weiter steigenden Margen niederschlägt – und ob die avisierte obere Hälfte der EBIT-Prognose tatsächlich erreicht wird.

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