Renk: China verschont Rüstungswert
Peking setzt Rheinmetall auf Exportkontrollliste, Renk bleibt unberührt. Der Rüstungskonzern verzeichnet daraufhin Kursgewinne, während Analysten den Sektor positiv bewerten.

- China listet Rheinmetall, nicht Renk
- Renk-Aktie steigt um 3,5 Prozent
- Bundeswehr-Auftrag stützt Rheinmetall-Kurs
- Hensoldt, Renk legen am 6. August vor
China verhängt neue Exportbeschränkungen gegen deutsche Rüstungsfirmen. Rheinmetall steht auf der Liste. Renk nicht – und die Aktie profitiert sichtbar davon.
Sanktionsliste trifft Rheinmetall, Renk bleibt verschont
Auslöser ist eine chinesische Gegenmaßnahme auf das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland. Peking setzte den Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall, den Werkstofflieferanten Sindlhauser Materials aus Kempten und die Duisburger Antraco Chemie-Handelsgesellschaft auf eine Exportkontrollliste. Die Regelung gilt seit dem vergangenen Freitag mit sofortiger Wirkung.
Chinesische Unternehmen dürfen den betroffenen Firmen keine sogenannten Dual-Use-Güter mehr liefern. Das betrifft Waren, Software und Technologien, die sich sowohl zivil als auch militärisch nutzen lassen. Das Verbot gilt auch für ausländische Firmen, die chinesische Vorprodukte an die gelisteten Unternehmen weiterreichen.
Für Renk-Aktionäre zählt vor allem ein Detail: Weder Renk noch der Werftkonzern TKMS tauchen auf einer der beiden Listen auf. Auch Hensoldt bleibt von dieser Runde verschont, stand aber bereits seit April aus anderem Grund auf einer chinesischen Kontrollliste – wegen Radarlieferungen nach Taiwan.
Die Märkte reagierten gelassen. Am Montag nach Bekanntwerden der Maßnahme legte die Hensoldt-Aktie um knapp vier Prozent zu, Renk gewann rund dreieinhalb Prozent. Am Folgetag setzte sich die Bewegung fort: Rheinmetall, Hensoldt und Renk verbuchten weitere Zuwächse, nur TKMS gab leicht nach.
Fundamentale Nachrichten stützen den Sektor
Die Kursbewegung stützt sich nicht allein auf Sektor-Stimmung. Gleich drei der vier großen deutschen Rüstungswerte veröffentlichten zuletzt operative Nachrichten, die ihre Kurse untermauerten. Bei Rheinmetall lieferte ein frischer Bundeswehr-Auftrag über 56 weitere Schwerlasttransporter vom Typ Elefant 2 die Begründung – mit einem Bruttoauftragswert von rund 60,5 Millionen Euro.
Der Analystenkonsens bleibt für Renk positiv. JPMorgan bekräftigte im April seine Einschätzung, Jefferies zeigte sich zuletzt zuversichtlich für den gesamten Sektor.
Renk schloss am Freitag bei 47,90 Euro – ein Plus von 6,32 Prozent binnen einer Woche. Zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt der Abstand mit minus 10,26 Prozent aber deutlich. Vom 52-Wochen-Hoch bei 88,73 Euro trennen das Papier weiterhin gut 46 Prozent.
Berichtssaison rückt näher
Hensoldt legt seine Zahlen am 31. Juli vor. Rheinmetall und Renk folgen am 6. August. Bis dahin müssen Anleger abwägen, wie stark sie die kurzfristige Erholung gegen strukturelle Bedenken einzelner Analysten gewichten – die operativen Kennzahlen der Unternehmen dürften dabei mindestens so viel Gewicht bekommen wie die geopolitischen Schlagzeilen der vergangenen Woche.
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