Renk: David Brown Defence soll Auftragsbuch um 700 Millionen erweitern

Renk legt Halbjahresbericht vor, nachdem eine 1,05-Milliarden-Refinanzierung abgeschlossen wurde. Die Übernahme von David Brown Defence soll das Marinegeschäft stärken.

Die Kernpunkte:
  • Halbjahreszahlen am Donnerstag erwartet
  • Refinanzierung über 1,05 Milliarden Euro
  • Übernahme von David Brown Defence geplant
  • BlackRock reduziert Anteil leicht

Die Renk Group AG steht vor einem dichten Nachrichtentag. Am Donnerstag legt der Panzergetriebe- und Antriebsspezialist seinen Halbjahresfinanzbericht 2026 vor, begleitet von einem Analystencall. Anleger blicken dabei nicht nur auf die Zahlen selbst, sondern auf die Frage, ob das Unternehmen seine Jahresprognose bestätigt. Diese sieht einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro vor – Ziele, die das Management nach den Erstquartalszahlen mit einem Rekord-Auftragseingang von 582,3 Millionen Euro unterlegt hatte.

Milliardenschwere Refinanzierung abgeschlossen

Kurz vor dem Zahlenwerk hat Renk eine wichtige finanzielle Weiche neu gestellt. Ende Juli meldete das Unternehmen den erfolgreichen Abschluss einer unbesicherten, syndizierten Refinanzierung über insgesamt 1,05 Milliarden Euro. Das Paket setzt sich aus einem Konsortialkredit über 450 Millionen Euro, einer revolvierenden Kreditlinie über 225 Millionen Euro und einer Garantielinie über 375 Millionen Euro zusammen. Damit löst Renk die bisherige Finanzierungsstruktur ab, die noch aus der Zeit des Börsengangs stammte und auf ein klassisches Leveraged-Buyout-Modell zurückging. Für ein Rüstungsunternehmen, das seine Kapazitäten angesichts hoher Verteidigungsbudgets in Europa ausbauen will, verschafft die neue Struktur zusätzlichen finanziellen Spielraum.

Parallel dazu treibt Renk seine Expansion im Marinegeschäft voran. Anfang Juli unterzeichnete das Unternehmen eine bindende Vereinbarung zur Übernahme des britischen Getriebespezialisten David Brown Defence von Stellex Capital Management. Der Vollzug der Transaktion steht noch aus und wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Nach Einschätzung des Managements soll der Zukauf das Auftragsbuch bis 2030 um rund 700 Millionen britische Pfund erweitern. Sollte die Übernahme wie geplant abgeschlossen werden, würde Renk sein Marine-Segment deutlich stärken und im britischen Verteidigungsmarkt zusätzliche Kundenbeziehungen gewinnen.

BlackRock reduziert Anteil leicht

Auf der Aktionärsseite gab es zuletzt eine kleine Verschiebung: BlackRock, Inc. meldete am Dienstag eine Reduzierung seines Stimmrechtsanteils an der Renk Group auf 4,07 Prozent, nachdem der Anteil zuvor bei 4,12 Prozent gelegen hatte. Die Schwelle wurde bereits am 29. Juli berührt. Die Bewegung fällt mit rund fünf Basispunkten gering aus und dürfte für sich genommen kein Signal für eine grundsätzliche Neubewertung durch den Vermögensverwalter sein.

Auf der Governance-Ebene hatte die Hauptversammlung im Juni bereits einen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats besiegelt: Dr. Klaus Richter übernahm den Vorsitz von Claus von Hermann. Zugleich beschlossen die Aktionäre eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, ein deutliches Plus gegenüber den 0,42 Euro im Vorjahr.

Aktie mit Aufwärtsbewegung vor dem Bericht

An der Börse hat sich das Papier zuletzt etwas erholt. Der Schlusskurs vom Dienstag lag bei 49,42 Euro, nach einem Plus von 2,54 Prozent auf Sicht von sieben Handelstagen. Vom 200-Tage-Durchschnitt trennen die Aktie damit noch gut 7 Prozent nach unten – ein Hinweis darauf, dass die mittelfristige Erholung noch nicht abgeschlossen ist. Mit dem Halbjahresbericht am Donnerstag und dem Berenberg Investment Seminar Anfang September stehen in den kommenden Wochen zwei weitere Termine an, die für Bewegung sorgen könnten.

Anzeige

Renk Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Renk Group-Analyse vom 5. August liefert die Antwort:

Die neusten Renk Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Renk Group-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Renk Group: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Renk Group