Renk Group Aktie: 300 bis 400 Millionen im Q3

Renk bestätigt Jahresziele nach Rekordhalbjahr und erwartet weitere Großaufträge. Die geplante Übernahme von David Brown Defence bleibt für Q4 avisiert.

Die Kernpunkte:
  • Auftragseingang von 1,2 Milliarden Euro
  • Jahresziel von zwei Milliarden Euro bestätigt
  • Übernahme von David Brown Defence geplant
  • Aktie erholt sich um 18 Prozent

Der Rüstungszulieferer Renk Group blickt trotz eines bereits rekordträchtigen ersten Halbjahres offensiv auf die kommenden Monate. Nach einem Auftragseingang von rund 1,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2026 hält das Management an seinem Jahresziel von etwa zwei Milliarden Euro an Neubestellungen fest.

Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Auftragseingang zwischen 300 und 400 Millionen Euro, wie aus der Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen hervorging.

Der Auftragsbestand war zuvor bereits auf ein Rekordniveau von 7,4 Milliarden Euro gestiegen – Rüstungsboom in Europa treibt die Nachfrage, so die Einordnung aus dem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Für Anleger ist die Botschaft der jüngsten Aussagen des Managements dennoch bedeutsam: Der Wachstumspfad soll sich nicht auf das erste Halbjahr beschränken, sondern über das gesamte Jahr fortsetzen.

Übernahme von David Brown Defence weiter für das vierte Quartal geplant

Ein weiterer Baustein der Wachstumsstrategie bleibt die geplante Übernahme von David Brown Defence. Der Abschluss ist laut Unternehmensangaben weiterhin für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Damit würde Renk sein Portfolio um zusätzliche Kapazitäten erweitern, während der Konzern gleichzeitig seine bestehende Jahresprognose bestätigt hat: Ein Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro sollen erreicht werden.

Zur Einordnung der langfristigen Nachfrageperspektive äußerte sich CEO Alexander Sagel gegenüber Reuters: 99 Prozent des Landgeschäfts würden bis 2030 weiter bemannt bleiben.

Diese Aussage stützt die These, dass die Kernmärkte von Renk – Antriebstechnik für Landsysteme – auf absehbare Zeit nicht durch Automatisierung oder unbemannte Systeme verdrängt werden. Für ein Unternehmen, dessen Auftragsbücher stark von Landstreitkräften abhängen, ist das eine relevante strategische Einordnung.

Kurs bleibt in Reichweite des 52-Wochen-Hochs

Am Aktienmarkt spiegelt sich die operative Dynamik in einer spürbaren Erholung wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 51,79 Euro, ein Plus von 2,8 Prozent an nur einem Handelstag. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursanstieg auf 18 Prozent.

Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 90,20 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, fehlen dem Papier weiterhin rund 43 Prozent – die Erholung der vergangenen Wochen hat den Abstand zum Rekordhoch also nur teilweise geschlossen.

Zwei Analysehäuser hatten sich zuletzt zur Aktie positioniert: Barclays nahm die Coverage Anfang August mit der Einstufung „Overweight“ und einem Kursziel von 60 Euro auf. Deutsche Bank Research bestätigte am 12. August ihre „Buy“-Einstufung und setzte das Kursziel auf 73 Euro. Beide Häuser sehen demnach noch deutliches Potenzial oberhalb des aktuellen Kursniveaus, sollte Renk seine ambitionierten Auftragsziele für das laufende Jahr erreichen.

Für Anleger bleibt entscheidend, ob der für das dritte Quartal in Aussicht gestellte Auftragseingang von 300 bis 400 Millionen Euro tatsächlich eintritt und ob die Übernahme von David Brown Defence wie geplant zum Jahresende abgeschlossen werden kann. Beide Ereignisse dürften die nächsten wichtigen Prüfsteine für die Wachstumsgeschichte des Rüstungszulieferers markieren.

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