Renk Group Aktie: Genehmigungs-Vorbehalt?

Der Verkauf an Miba ist vereinbart, benötigt aber noch Genehmigungen; Renk erwartet für das fortgeführte Geschäft 1,4 Milliarden Euro Umsatz.

Die Kernpunkte:
  • Verkauf an Miba vertraglich vereinbart
  • Vollzug abhängig von behördlichen Genehmigungen
  • 2026-Prognose umfasst fortgeführte Aktivitäten
  • JPMorgan senkt Kursziel auf 50 Euro

Renk hat heute einen verbindlichen Vertrag zum Verkauf des Gleitlagergeschäfts an Miba AG gemeldet. Der Kaufpreis liegt nach Unternehmensangaben im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Für Anleger ist dabei die Unterscheidung entscheidend: Die Vereinbarung ist geschlossen, der Vollzug steht aber noch unter den üblichen regulatorischen Genehmigungen.

Damit setzt Renk einen konkreten Rahmen für die Abgabe des Geschäfts. Vertragspartner auf Verkäuferseite ist die RENK GmbH. Der vereinbarte Verkauf und seine bilanzielle Behandlung sind dabei getrennt vom noch ausstehenden Abschluss der Transaktion zu betrachten.

Neue Abgrenzung für die Ergebnisprognose

Ab Q4 2026 wird Renk den Geschäftsbereich als nicht fortgeführte Aktivität ausweisen. Im Zuge des Verkaufs hat das Unternehmen deshalb auch seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 aktualisiert.

Die neue Prognose bezieht sich ausdrücklich auf die fortgeführten Aktivitäten. Diese Abgrenzung ist für die Bewertung wesentlich: Die Erwartungen beschreiben das verbleibende Geschäft und nicht mehr denselben Unternehmensumfang einschließlich des Gleitlagergeschäfts.

Renk rechnet auf dieser Basis mit einem Umsatz von rund EUR 1,4 Mrd. Das bereinigte EBIT soll zwischen EUR 240 Mio. und EUR 255 Mio. liegen.

Die Anpassung ist damit im Zusammenhang mit dem veränderten Geschäftsportfolio zu lesen. Sie lässt sich nicht ohne Weiteres als rein operative Verbesserung oder Verschlechterung einordnen. Zugleich bleibt der Genehmigungsvorbehalt für den Verkauf bestehen.

JPMorgan trennt operative und Gewinnperspektive

Eine unterschiedliche Sicht auf operative Ergebnisse und den Gewinn je Aktie prägte bereits gestern die Einschätzung von JPMorgan. Laut dpa-AFX senkte das Analysehaus sein Kursziel von EUR 62 auf EUR 50. Die Einstufung blieb bei „Overweight“.

Analyst David H. Perry erwartete dem Bericht zufolge ein besseres bereinigtes EBIT. Gleichzeitig reduzierte er seine Prognosen für den Gewinn je Aktie. Eine günstigere Einschätzung des operativen Ergebnisses ging somit nicht mit einer entsprechend höheren Gewinnerwartung einher.

Die gesenkten Gewinnprognosen betreffen die Jahre 2027 bis 2030. Die Veröffentlichung der Neunmonatsergebnisse ist für den 05.11.2026 angekündigt.

Für die weitere Einordnung stehen damit zwei unterschiedliche Maßstäbe nebeneinander: Renks aktualisierte Prognose für das fortgeführte Geschäft und die vorsichtigeren längerfristigen Gewinnschätzungen von JPMorgan. Beim Gleitlagerverkauf selbst bleibt der nächste entscheidende Schritt der Vollzug nach den erforderlichen Genehmigungen.

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