Renk Group Aktie: Getriebesysteme-Zweifel!
Bank of America senkt Renk auf Neutral und reduziert das Kursziel; Zweifel an der langfristigen Nachfrage belasten die Bewertung.

- Bank of America streicht Kaufempfehlung
- Kursziel auf 42,50 Euro gesenkt
- Renk markiert neues 52-Wochen-Tief
- Analystenkonsens umfasst zwölf Kaufempfehlungen
Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit des aktuellen Rüstungszyklus belasten den Getriebespezialisten Renk. Die Bank of America hat ihre Kaufempfehlung für das Unternehmen heute gestrichen und die Einstufung von „Buy“ auf „Neutral“ zurückgenommen. Zeitgleich kürzte Analyst David Holmes das Kursziel drastisch auf 42,50 Euro. Am Markt gab die Renk-Aktie heute um 1,7 Prozent auf 37,06 Euro nach.
Skepsis beim Ausbau der Getriebeproduktion
Ausschlaggebend für die Herabstufung sind fundamentale Bedenken hinsichtlich der Fertigungsmengen. Holmes hält das Produktionsniveau bei Getriebesystemen auf Dauer für nicht haltbar.
Zwar beziffert die Analyse die Kapazität von Renk auf 700 Getriebesysteme und erwartet bis zum Ende des Jahrzehnts einen deutlichen Ausbau auf rund 2.000 Antriebsstränge. Wie stabil sich der Bedarf nach diesem Zeitraum präsentiert, zieht das Analysehaus jedoch in Zweifel.
Trotz eines profitablen Servicegeschäfts sieht der Analyst das langfristige Bewertungspotenzial daher als limitiert an. Das Geschäftsmodell von Renk hänge gemeinsam mit Branchenkollegen wie Rheinmetall oder CSG spürbar stärker an der zyklischen Wiederauffüllung militärischer Bestände. Sollten diese Beschaffungswellen einmal abebben, fehle es an zusätzlichen Impulsen für eine weitere Neubewertung.
Strategische Umschichtung im Rüstungssektor
In seiner europäischen Branchenbetrachtung rät Holmes stattdessen zu Rüstungsunternehmen mit höherer technologischer Beständigkeit. Als widerstandsfähiger gelten Segmente wie Luftverteidigung, Aufklärung, Überwachung, Gefechtsnetzwerke und elektronische Kriegsführung. Folgerichtig vergab das Institut Kaufempfehlungen für Unternehmen wie Hensoldt, Saab und Dassault Aviation, während Titel mit starkem Landsystem-Fokus herabgestuft wurden.
Für die Aktionäre von Renk setzt sich damit eine schwache Handelsphase fort. Die Notierung verzeichnete am heutigen Donnerstag bereits den vierten Verlusttag in Serie. Zeitweise fiel das Papier auf 36,20 Euro und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief.
Zwar weist das breite Stimmungsbild am Markt mit zwölf Kaufempfehlungen im Analystenkonsens weiterhin einen überwiegend optimistischen Grundton auf. Die aufkommenden Fragen nach der Nachhaltigkeit der Auftragsbestände nach Abschluss der aktuellen Ausrüstungswelle bringen die Bewertungsmultiplikatoren jedoch spürbar unter Rechtfertigungsdruck.
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