Renk Group Aktie: Goldman sieht 62 Prozent Luft

Goldman Sachs stuft Renk auf Kaufen hoch. Auftragseingang und Margenperspektiven stützen das Kursziel von 65 Euro trotz bestehender Risiken.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs empfiehlt Renk zum Kauf
  • Neuaufträge steigen um 42,6 Prozent
  • Auftragsbestand erreicht 7,4 Milliarden Euro
  • EBIT-Marge soll bis 2030 zulegen

Ein Kursrutsch als Kaufgelegenheit — so lautet die Botschaft, mit der Goldman Sachs den Panzergetriebe-Hersteller Renk am Freitag zurück ins Rampenlicht holte. Die Bank stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und bestätigte ihr Kursziel von 65 Euro. Bei einem Ausgangskurs von rund 40 Euro entspricht das einem Aufwärtspotenzial von mehr als 60 Prozent.

Der Markt reagierte prompt: Die Aktie legte im Tagesverlauf um 4,5 Prozent auf 41,84 Euro zu und bewegte sich damit deutlich vom 52-Wochen-Tief bei 39,26 Euro weg. Bemerkenswert war das Timing — der Hexensechster-Termin am deutschen Terminmarkt sorgt an solchen Tagen normalerweise für erhöhte Nervosität, während der DAX insgesamt nur verhalten zulegte.

Auftragsbücher als Fundament der Zuversicht

Goldman-Analyst Sam Burgess begründet seine Kaufempfehlung mit der außergewöhnlichen Planungssicherheit im Geschäft mit Kettenfahrzeug-Antrieben. Das Segment Vehicle Mobility Solutions verbuchte im ersten Halbjahr 2026 Neuaufträge von 970 Millionen Euro — ein Plus von 42,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Book-to-Bill-Verhältnis von 2,3. Der Gesamtauftragsbestand erreichte mit 7,4 Milliarden Euro einen Rekordwert und deckt bereits mehr als 90 Prozent der für 2026 geplanten Erlöse ab.

Diese Visibilität ist in der Rüstungsbranche selten und bildet laut Goldman den Kern der Investmentstory. Der anhaltende Rüstungszyklus in Europa, steigende Verteidigungsbudgets und die volle Auftragspipeline sollen Renk über Jahre hinweg planbares Wachstum sichern.

Margen sollen bis 2030 deutlich steigen

Goldman rechnet damit, dass die adjustierte EBIT-Marge des Konzerns von 17,7 Prozent im laufenden Jahr auf 21,5 Prozent im Jahr 2030 klettert. Treiber ist vor allem das Fahrzeuggetriebe-Geschäft, dessen Marge von 21,7 auf 24,9 Prozent steigen soll — gestützt durch höhere Produktionsvolumina und bessere Auslastung der Werke.

Der freie Cashflow vor Übernahmen soll sich im selben Zeitraum von etwa 151 Millionen Euro auf 368 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Das würde den Schuldenabbau weiter beschleunigen, sobald die hohen Investitionen für den Kapazitätsausbau nachlassen.

Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Kursverlauf der vergangenen Monate ernüchternd: Auf Sicht von zwölf Monaten steht die Aktie noch immer über 40 Prozent im Minus. Als Risiken für die Goldman-These gelten vor allem die termingerechte Umsetzung der Produktions- und Lieferpläne sowie die tatsächliche Margenentwicklung in den kommenden Quartalen.

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