Renk Group Aktie: JPMorgan stutzt Kursziel
Der Verkauf an Miba verändert Renks Berichtsstruktur; JPMorgan reduziert das Kursziel und hält an der positiven Einstufung fest.

- Miba übernimmt Renks Gleitlagergeschäft
- Kaufpreis bleibt vertraulich
- Umsatzziel liegt bei rund 1,4 Milliarden Euro
- JPMorgan senkt Kursziel auf 50 Euro
Zwei Nachrichten, ein Tag: Renk trennt sich vom Gleitlagergeschäft und passt die Jahresprognose an. Parallel dazu senkt JPMorgan das Kursziel deutlich, bleibt aber bei einer positiven Einstufung.
Verkauf nach Österreich
Käufer des Geschäfts ist das österreichische Industrie- und Technologieunternehmen Miba. Das Geschäft sitzt in Hannover und firmiert seit Oktober 2025 als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen Renk Bearings GmbH. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Das zivile Geschäft von Marine & Industry bleibt von der Transaktion unberührt.
Renk will den Anteil des Defense-Geschäfts am Umsatz bis 2030 auf rund 90 Prozent steigern. Der Verkauf schaffe die Voraussetzungen, Kapital und Kapazitäten gezielter auf Verteidigungslösungen zu Land und auf See auszurichten. CEO Alexander Sagel spricht von einer konsequenten Umsetzung der angekündigten Sektorenstrategie. Miba sei der richtige Partner, um die Gleitlagertechnologie weiterzuentwickeln.
Prognose ohne Gleitlager
Renk weist den Bereich Slide Bearings ab dem vierten Quartal als nicht fortgeführtes Geschäft aus. Die Jahresprognose umfasst deshalb nur noch die Bereiche Vehicle Mobility Solutions und Marine & Industry. Das Unternehmen stellt für dieses Jahr einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro in Aussicht. Das bereinigte EBIT soll zwischen 240 und 255 Millionen Euro liegen.
JPMorgan: Kurzfristig besser, langfristig vorsichtiger
JPMorgan senkt das Kursziel von 62 auf 50 Euro und belässt die Einstufung auf „Overweight“. Nach einer Telefonkonferenz zu den anstehenden Quartalszahlen rechnet Analyst David Perry beim bereinigten EBIT nun mit einem besseren Ergebnis als bisher.
Auf längere Sicht wird er jedoch vorsichtiger. Seine Gewinnprognosen je Aktie für die Jahre 2027 bis 2030 kappte er. Er begründet das mit einem etwas langsameren Hochlauf der deutschen Panzerfahrzeugprogramme und trüberen Aussichten für die Industriegeschäfte.
Der Verkauf dürfte Letzteres teilweise entschärfen, da mit den Gleitlagern ein Industriebereich wegfällt. Mit den anstehenden Quartalszahlen legt Renk die ersten Ergebnisse nach neuem Berichtszuschnitt vor. Dann zeigt sich, wie die fortgeführten Bereiche im vierten Quartal abschneiden.
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