Renk Group Aktie: Rheinmetall-Vertrag über 270 Millionen Euro
Renk verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 ein deutliches Auftragsplus von 29,7 Prozent und bestätigt die Jahresprognose. Großaufträge von Rheinmetall und der US-Armee stärken die Auftragsbücher.

- Rekordquartal mit 612,8 Mio. Euro Bestellungen
- Auftragsbestand erreicht 7,4 Mrd. Euro
- Rahmenvertrag mit Rheinmetall verlängert
- US-Armee erteilt fünfjährigen Getriebe-Auftrag
Die Renk Group hat am Donnerstag ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Der Rüstungszulieferer verbuchte einen Auftragseingang von 1.195 Millionen Euro, ein Plus von 29,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im zweiten Quartal gingen Bestellungen über 612,8 Millionen Euro ein – das höchste Volumen, das Renk je in einem Einzelquartal erzielt hat.
Der Gesamtauftragsbestand des Unternehmens wuchs damit auf 7,4 Milliarden Euro. Für Anleger ist diese Kennzahl zentral, weil sie einen mehrjährigen Ausblick auf die Auslastung der Werke gibt und die Visibilität für künftige Umsätze erhöht.
Umsatz und Marge legen zu
Beim Umsatz kam Renk im ersten Halbjahr auf 637,2 Millionen Euro, nach 620,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – ein Zuwachs von 2,7 Prozent. Deutlich stärker entwickelte sich die Profitabilität: Das bereinigte EBIT stieg um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro.
Die bereinigte EBIT-Marge kletterte auf 15,4 Prozent, nach 14,4 Prozent im Vorjahreshalbjahr. Das Management bestätigte parallel die Jahresprognose: Für 2026 erwartet Renk weiterhin einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Vehicle Mobility Solutions. Dort kletterte der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 42,6 Prozent auf 970,4 Millionen Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis des Segments verbesserte sich auf 2,3 – ein Wert, der zeigt, dass deutlich mehr Aufträge hereinkamen, als gleichzeitig abgearbeitet wurden.
Großaufträge von Rheinmetall und der US-Armee
Zusätzlichen Rückenwind lieferten zwei Vertragsabschlüsse, die Renk am selben Tag bekanntgab. Der Rahmenvertrag mit Rheinmetall für das Schützenpanzerprogramm KF41 Lynx wurde verlängert und umfasst Getriebe sowie Seitenvorgelege im Wert von rund 270 Millionen Euro, inklusive Optionen von weiteren 63 Millionen Euro.
Aus den USA kam ein weiterer Impuls: Die Tochtergesellschaft RENK America erhielt von der US-Armee einen fünfjährigen Rahmenvertrag für Getriebe des Typs HMPT 800 im Rahmen des THOR-IV-Programms. Das Volumen kann sich auf bis zu 691 Millionen US-Dollar belaufen.
Übernahme, Refinanzierung und Analystenstimmen
Bereits am 3. Juli hatte Renk einen verbindlichen Vertrag zum Erwerb von David Brown Defence unterzeichnet, einem britischen Spezialisten für hochpräzise Getriebe im Marine- und Landverteidigungssektor. Die Übernahme soll Renk Zugang zu Marineprogrammen in Großbritannien, Kanada und Australien sowie zum dortigen Aftermarket-Geschäft verschaffen. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Am 28. Juli schloss Renk zudem eine Refinanzierung über 1,05 Milliarden Euro ab und sicherte sich damit finanziellen Spielraum für die weitere Wachstumsstrategie. Am Donnerstag bestätigte JPMorgan nach den Halbjahreszahlen die Einstufung „Overweight“ für die Aktie. Zuvor hatte MWB Research am 23. Juli sein Kursziel von 50 auf 48 Euro gesenkt, die Einstufung „Halten“ aber bestätigt.
An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt uneinheitlich. Am Freitag schloss das Papier bei 50,77 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 9,99 Prozent zu Buche – ein Zeichen für die zuletzt verbesserte Stimmung rund um die Zahlen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 90,20 Euro, erreicht am 6. Oktober 2025, bleibt die Aktie mit einem Abstand von 43,71 Prozent aber weit entfernt.
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