Renk: KNDS verkauft Aktien für 262 Millionen Euro

KNDS reduziert Anteil an Renk, während BlackRock und Fidelity einsteigen. Das Unternehmen meldet starke Auftragseingänge und steigende Gewinne.

Die Kernpunkte:
  • KNDS verkauft Millionen Aktien
  • BlackRock und Fidelity steigen ein
  • Neuer Aufsichtsratsvorsitzender bestellt
  • Rekord-Auftragseingang im ersten Quartal

Der Getriebe- und Antriebsspezialist Renk durchläuft einen grundlegenden Wandel. Der bisherige Großaktionär KNDS fährt sein Engagement zurück. In die frei werdenden Positionen drängen US-amerikanische Vermögensverwalter. Das Unternehmen selbst legt solide operative Zahlen vor.

KNDS verkauft – und bleibt Partner

KNDS platzierte 5,8 Millionen Renk-Aktien im Volumen von 262 Millionen Euro. Der Anteil sinkt damit auf rund zehn Prozent – zuvor lag er bei 15,83 Prozent. Mit dem Erlös will KNDS seine Finanzkraft vor dem geplanten eigenen Börsengang stärken.

Eine Haltefrist von 180 Tagen sichert ab, dass die verbliebenen Aktien nicht sofort weiterverkauft werden. Die geschäftliche Zusammenarbeit bleibt unverändert bestehen. Der Rüstungskonzern betont, langfristig an der Partnerschaft festzuhalten.

US-Fonds ziehen ein

Parallel dazu stocken andere Investoren auf. BlackRock erhöhte seinen Anteil im Mai auf 4,44 Prozent. Wenige Tage später überschritt die Fidelity-Gruppe die Schwelle von 4,94 Prozent der Stimmrechte – das entspricht knapp fünf Prozent der ausstehenden Aktien.

Damit verändert sich der Aktionärskreis grundlegend. Nach dem vollständigen Ausstieg des Private-Equity-Investors Triton im August 2025 rücken nun langfristig orientierte Fonds aus den USA nach.

Neuer Aufsichtsratsvorsitz

Auch im Kontrollgremium gibt es einen Wechsel. Claus von Hermann, der Renk durch den Börsengang 2024 geführt hatte, legt den Vorsitz zum 10. Juni nieder. Als Nachfolger ist Dr. Klaus Richter vorgesehen. Er bringt über 30 Jahre Erfahrung in Verteidigung, Luftfahrt und Automobil mit – zuletzt als Sprecher des Vorstands der Diehl Gruppe.

Operativ läuft es

Der Aktionärswechsel vollzieht sich auf solider Basis. Im ersten Quartal 2026 meldete Renk einen Auftragseingang von 582,3 Millionen Euro – der höchste je in einem Startquartal. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Umsatz stieg auf 283,6 Millionen Euro – ein Plus von vier Prozent. Das bereinigte EBIT legte um 10,4 Prozent auf 42,4 Millionen Euro zu. Besonders das Segment Vehicle Mobility Solutions wuchs kräftig: plus 20 Prozent.

Für das Gesamtjahr erwartet Renk einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT soll zwischen 255 und 285 Millionen Euro liegen. Mehr als 90 Prozent des geplanten Umsatzes sind bereits durch Aufträge gedeckt.

Aktie erholt sich

Die Renk-Aktie notierte am Freitag bei 56,31 Euro. Das sind 28 Prozent mehr als das 52-Wochen-Tief von 43,99 Euro Mitte Mai. Vom Hoch bei 88,73 Euro bleibt der Kurs rund 37 Prozent entfernt. Seit Jahresbeginn steht das Papier mit einem Plus von zwei Prozent praktisch auf der Stelle.

Renk hat eine Bardividende von 0,58 Euro je Aktie angekündigt. Über die Dividende und die Neubesetzung des Aufsichtsratsvorsitzes stimmt die Hauptversammlung am 10. Juni ab. Die nächsten Quartalszahlen erscheinen am 6. August.

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