Rheinmetall Aktie: 1 Milliarde Euro von der Bundeswehr
Rheinmetall-Chef kritisiert französische Budgetkürzungen am Panzerprojekt MGCS, während die Bundeswehr einen Milliardenauftrag vergibt.

- Papperger stellt Panzerprojekt MGCS infrage
- Bundeswehr erteilt Milliardenauftrag
- Aktie fällt um drei Prozent
- Umsatzziel von 14,5 Milliarden Euro
Politische Ränkespiele auf der einen Seite, harte Euro-Beträge auf der anderen. Bei Rheinmetall prallen an diesem Wochenende zwei Welten aufeinander. CEO Armin Papperger stellt das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS offen infrage. Im Hintergrund sichert ein neuer Milliardenauftrag der Bundeswehr das operative Geschäft ab.
Budgetkürzungen gefährden Großprojekt
Papperger warnt vor einem Ausstieg Frankreichs aus dem künftigen Kampfpanzer. Paris plant offenbar, das Budget für das Programm auf weniger als die Hälfte zusammenzustreichen. Bislang flossen in das fast zehn Jahre alte Projekt ohnehin nur rund 25 Millionen Euro. Weitere Kürzungen bedeuten massive Verzögerungen.
Nach dem bereits gescheiterten Kampfflugzeugprojekt FCAS wachsen die Spannungen in der europäischen Rüstungskooperation. Für den Verteidigungssektor wackelt damit ein zentrales Zukunftsprogramm.
Bundeswehr liefert Gegengewicht
Die politische Unsicherheit trifft den Konzern in einer sensiblen Phase. Investoren fordern mittlerweile konkrete Auslieferungen statt reiner Ankündigungen. Kurz gesagt: Taten statt Worte. Hier liefert der Heimatmarkt.
Am Freitag erteilte die Bundeswehr dem Rüstungskonzern einen neuen Auftrag. Das Volumen liegt bei rund einer Milliarde Euro. Das Geld fließt in die kurzfristige Modernisierung der militärischen Ausrüstung.
Hohe Hürden für das Gesamtjahr
An der Börse überwiegt aktuell die Skepsis. Die Rheinmetall-Aktie beendete den Freitag mit einem Minus von gut drei Prozent bei 1.196,60 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf rund 25 Prozent.
Der Kurs notiert weit unter der 200-Tage-Linie. Eine nachhaltige Trendwende lässt auf sich warten. Das Management hält derweil an seinem ehrgeizigen Umsatzziel fest. Für 2026 peilt der Vorstand bis zu 14,5 Milliarden Euro an.
Nach einem schwachen ersten Quartal mit 1,9 Milliarden Euro Umsatz muss Rheinmetall das operative Tempo massiv erhöhen. Neue Impulse könnte die Rüstungsmesse Eurosatory ab Montag in Paris liefern. Dort präsentiert der Konzern seinen neuen Raketenwerfer. Die Auftragsbücher müssen sich in den kommenden Monaten weiter füllen, um die anvisierte Gewinnmarge von 19 Prozent zu erreichen.
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