Rheinmetall Aktie: 12,4 Milliarden für Boxer-Radpanzer angepeilt
Rheinmetall verhandelt über das Boxer-Programm Arminius. Der Bundestag soll am 9. Dezember 2026 über die Beschaffung entscheiden.

- Boxer-Auftrag über 12,4 Milliarden Euro
- Gesamtrahmen könnte 26 Milliarden erreichen
- Bundestagsentscheidung für Dezember terminiert
- Rheinmetall-Führung kaufte eigene Aktien
Rheinmetall steuert auf eine der bedeutendsten Beschaffungsentscheidungen des laufenden Jahres zu. Nach dem Wegfall des Marineprojekts F126 vor über einem Monat richtet sich das Augenmerk des Rüstungskonzerns nun auf das Heer. Das anstehende Boxer-Programm Arminius könnte dem Unternehmen einen Auftrag im zweistelligen Milliardenbereich sichern und den Auftragsbestand spürbar ausbauen.
Verhandlungen vor der parlamentarischen Hürde
Im Zentrum der mittelfristigen Planungen steht das Arminius-Programm rund um den Boxer-Radpanzer. Für die Beschaffung der Fahrzeuge peilt Rheinmetall ein Vertragsvolumen von rund 12,4 Milliarden Euro an, dessen Auslieferung bis 2029 erfolgen soll. Ergänzend ist ein Servicevertrag mit einem Volumen von rund zwei Milliarden Euro bei einem Gesamtvolumen von vier Milliarden Euro vorgesehen.
Über zwei Optionen könnte der Gesamtrahmen auf bis zu 26 Milliarden Euro anwachsen. Rheinmetall rechnet im Erfolgsfall mit einer Anzahlung von 30 Prozent, was mehr als drei Milliarden Euro entsprechen würde, fällig Ende Dezember oder im Januar.
Der finale Beschluss liegt beim Bundestag, dessen parlamentarische Behandlung für den 9. Dezember 2026 terminiert ist. Rheinmetall rechnet mit einer Vertragsunterzeichnung innerhalb von fünf bis zehn Tagen nach der Entscheidung.
Führungsriege demonstrierte Kaufbereitschaft
Im laufenden Börsenjahr verzeichnete das Papier einen deutlichen Dämpfer. Seit Jahresanfang verlor die Aktie 34 Prozent an Wert. Die Unternehmensführung nutzte die Kurskorrektur der vergangenen Monate jedoch für deutliche Zukäufe.
Die Zuversicht stützt sich auch auf das operative Grundgeschäft, das trotz Projektverschiebungen kontinuierlich Aufträge einspielt.
Analysten sehen unverändertes Potenzial
Am Markt wird das Chancen-Risiko-Profil nach den jüngsten Korrekturen wieder positiver bewertet. Mit einem aktuellen Kurs von 1.022,00 Euro notiert der Titel 13 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Sollte das Arminius-Projekt die parlamentarische Hürde im Dezember nehmen, würde dies nicht nur den bestehenden Auftragsbestand stärken, sondern auch die Visibilität der Erlöse bis zum Ende des Jahrzehnts sichern. Bis dahin bleiben die finalen Verhandlungsrunden mit den Beschaffungsbehörden der entscheidende Faktor für die weitere geschäftliche Dynamik.
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