Rheinmetall Aktie: 125 Milliarden Euro Auftragsvolumen mit TKMS
Rüstungsaufträge von über 125 Milliarden Euro bei Rheinmetall und TKMS rücken die Rohstoffversorgung in den Fokus. Die Aktie zeigt sich charttechnisch angeschlagen.

- Auftragsbestand übersteigt 125 Milliarden Euro
- TKMS-Umsatz steigt um 19 Prozent
- Seltene Erden als kritischer Engpass
- Rheinmetall-Aktie verliert vier Prozent
Rheinmetall und der Marineschiffbauer TKMS kommen zusammen auf Auftragsbücher von mehr als 125 Milliarden Euro. Konzernchef Papperger bezifferte allein das Rheinmetall-Volumen auf über 100 Milliarden Euro. Diese schiere Größenordnung rückt nun eine Frage in den Vordergrund, die Anleger zunehmend beschäftigt: Woher sollen die Rohstoffe für diese gewaltige Aufrüstungswelle kommen?
TKMS steuert zum gemeinsamen Auftragspolster mehr als 25 Milliarden Euro bei, darunter 6,3 Milliarden Euro für vier MEKO-A-200-Fregatten der Bundeswehr. Der Umsatz des Werftunternehmens legte in den ersten neun Monaten um 19 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis stieg um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro.
Zusätzlich gilt TKMS als bevorzugter Bieter für ein kanadisches U-Boot-Programm mit einem Volumen von über 15 Milliarden Euro – ein möglicher weiterer Baustein für die Wachstumsstory der Rüstungsbranche.
Seltene Erden als Nadelöhr der Aufrüstung
Die Debatte um Rohstoffe ist keine akademische: Panzer, Fregatten und Drohnen benötigen in großem Umfang Metalle wie Seltene Erden, die bislang zu großen Teilen aus China stammen.
Als Beispiel für mögliche alternative Versorgungsquellen wird das Araxá-Projekt des australischen Unternehmens St George Mining genannt, dessen Ressource an Seltenen Erden zuletzt um 38 Prozent auf knapp 4 Millionen Tonnen TREO gewachsen ist.
Für Rheinmetall und TKMS ist das kein unmittelbares Geschäftsthema, doch die Verknappungsdiskussion zeigt, wie eng Rüstungsproduktion und Lieferketten inzwischen verzahnt sind – ein Risikofaktor, den Anleger bei der Bewertung der prall gefüllten Auftragsbücher mitdenken müssen.
Chart ringt um Orientierung
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in einer nervösen Kursentwicklung wider. Die Rheinmetall-Aktie schloss am Freitag bei 1.156,40 Euro und büßte damit binnen sieben Tagen 4,0 Prozent ein.
Im Anlegerforum wird bereits über ein mögliches Doppeltop und einen einsetzenden Abwärtsimpuls diskutiert, während der Titel um seinen 100-Tage-Durchschnitt ringt. Ein Beleg dafür, dass trotz milliardenschwerer Auftragsbücher die kurzfristige Stimmung fragil bleibt.
Am 27. August steht mit dem DZ Bank Expert Day ein Termin an, der neue Impulse für die Bewertung der Aktie liefern könnte. Bis dahin dürfte der Markt weiter zwischen der langfristigen Wachstumsstory aus milliardenschweren Verteidigungsaufträgen und kurzfristiger charttechnischer Unsicherheit hin- und hergerissen bleiben.
Die Rohstofffrage wird dabei zum stillen Nebenschauplatz, der in den kommenden Quartalen an Gewicht gewinnen dürfte, sollte sich die Verfügbarkeit kritischer Metalle als Engpass für die gesamte Branche erweisen.
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