Rheinmetall Aktie: 138 Millionen Euro für Schwarzmeer-Werft

Rheinmetall und MSC erhielten den Zuschlag für eine rumänische Werft; zugleich nahm der Konzern eine neue Munitionslinie in Betrieb.

Die Kernpunkte:
  • Rheinmetall-Aktie verlor drei Prozent
  • Rheinmetall und MSC erhielten Werftzuschlag
  • Neue Munitionslinie in Albacete gestartet
  • Bernstein bestätigt „Outperform“ und Kursziel

Nach kräftigen Kursgewinnen der europäischen Verteidigungswerte in den vorangegangenen zehn Tagen haben am Montag branchenweite Gewinnmitnahmen eingesetzt. Laut dpa-AFX gerieten die Papiere des Sektors nach ihrem jüngsten Aufschwung spürbar unter Abgabedruck. Die Aktie von Rheinmetall verbuchte gestern ein Minus von 3,0 Prozent und ging mit einem Schlusskurs von 1.057,20 Euro aus dem Handel.

Medienberichten zufolge trug neben den Gewinnmitnahmen auch das veränderte geopolitische Umfeld zur Zurückhaltung bei, nachdem US-Präsident Donald Trump das Vorhaben geäußert hatte, ein neues Sanktionspaket gegen Russland auszusetzen. Die Aussicht auf eine nachlassende Eskalation dämpfte die kurzfristigen Markterwartungen zusätzlich.

Einstieg in den Schiffbau an der Schwarzmeerküste

Ungeachtet der Marktbewegung treibt der Rüstungskonzern seine internationale Expansion voran. Gestern erhielten Rheinmetall und die Reederei MSC bei einer Auktion den Zuschlag für die Mangalia-Werft in Rumänien. Der gemeinsam zu entrichtende Kaufpreis beläuft sich auf rund 138 Millionen Euro. Der endgültige Abschluss der Transaktion soll in einigen Wochen erfolgen.

Nach Unternehmensangaben soll das Areal künftig als ziviler und militärischer Werftstandort dienen. Vorgesehen ist unter anderem, dass die Werft am Bau von vier Marineschiffen mitwirkt, die von Rumänien in Auftrag gegeben wurden.

Ausbau der Munitionskapazitäten und Analystenvotum

Der Zukauf folgt auf die Erweiterung bestehender Produktionsstätten. Am 16. Oktober nahm Rheinmetall am spanischen Standort Albacete eine neue Fertigungslinie für Mittelkalibermunition in Betrieb. Das Unternehmen investierte rund 20 Millionen Euro in die Anlage, die auf ein jährliches Volumen von rund drei Millionen Komponenten ausgelegt ist. Die Belegschaft vor Ort soll infolge des Ausbaus von rund 210 auf etwa 300 Beschäftigte wachsen.

Rückenwind für das Kerngeschäft signalisierte gestern das Analysehaus Bernstein Research. Analyst Douglas Harned beließ die Einstufung für Rheinmetall auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 1.200 Euro. Er begründete die Einschätzung mit dem anhaltend hohen Bedarf an Munition und Raketen, der auch bei der Zusammenkunft der US Army Association hervorgehoben worden sei.

Klarheit über den weiteren Geschäftsverlauf erwarten Marktteilnehmer Anfang nächsten Monats: Rheinmetall plant, die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 5. November vorzulegen.

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