Rheinmetall Aktie: 20 Milliarden Euro im zweiten Quartal

Rheinmetall verkauft Power Systems und präsentiert auf der ILA neue Rüstungstechnologie. Der Aktienkurs bleibt trotz voller Auftragsbücher schwach.

Die Kernpunkte:
  • Verkauf der zivilen Power Systems Sparte
  • Neue Kampfdrohne für Bundeswehr vorgestellt
  • Satellitennetzwerk zur NATO-Überwachung
  • Aktie trotz Milliardenaufträgen im Minus

Rheinmetall erfindet sich neu. Auf der Luftfahrtmesse ILA präsentiert sich der Düsseldorfer Konzern erstmals als reiner Rüstungsspezialist. Von autonomen Drohnen bis hin zu Satelliten reicht das neue Portfolio. An der Börse verpufft die technologische Offensive bisher völlig.

Abschied vom Zivilgeschäft

Der Umbau ist beschlossene Sache. Anfang Juni unterschrieb Rheinmetall den Verkauf seiner Sparte Power Systems. Käufer ist die Münchener Industriegruppe Aequita. Ein radikaler Schnitt. Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal geplant.

Damit trennt sich das Management von zivilen Altlasten. Die Aufsichtsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Danach konzentriert sich das Unternehmen vollständig auf margenstarke Rüstungsaufträge.

Drohnen und Satelliten

Auf der Messe in Berlin zeigt der Konzern seine neue technologische Breite. Das Highlight ist die autonome Kampfdrohne MQ-28 Ghost Bat von Boeing. Rheinmetall passt das besatzungslose Flugzeug für die Bundeswehr an. Bis 2029 soll die Beschaffung laufen.

Parallel dazu baut das Joint Venture ICEYE ein neues Satellitennetzwerk auf. Dieses liefert wetterunabhängige Echtzeitbilder aus dem Weltraum. Das System sichert im Auftrag der Bundeswehr die NATO-Ostflanke ab.

Auch international wächst das Orderbuch. In Australien baut Rheinmetall eine neue Fabrik für Artilleriemunition. Der Vertrag hat ein Volumen von 72 Millionen Dollar. Ab Ende 2028 sollen dort jährlich zunächst 15.000 Schuss vom Band rollen.

Schwacher Kurs trotz voller Bücher

Die operative Entwicklung spiegelt sich am Aktienmarkt kaum wider. Aktuell notiert das Papier bei 1.197,40 Euro. Seit Jahresbeginn verlor der Titel gut 25 Prozent an Wert. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt rund zehn Prozent.

Der Grund für die Skepsis liegt im schwachen Jahresauftakt. Der Umsatz im ersten Quartal verfehlte die Analystenerwartungen deutlich. Vorstandschef Armin Papperger hält dennoch an der Jahresprognose fest. Das Management erwartet ein massives zweites Halbjahr.

Die Ziele sind ambitioniert. Im zweiten Quartal sollen neue Aufträge über 20 Milliarden Euro eingehen. Für die zweite Jahreshälfte sieht Papperger sogar ein Potenzial von 60 Milliarden Euro. Darunter fallen große Programme in Rumänien, Italien und der Ukraine.

Der formale Abschluss des Spartenverkaufs steht noch aus. Bis dahin muss Rheinmetall beweisen, dass der Produktionshochlauf im Rüstungsgeschäft reibungslos funktioniert. Im August 2026 präsentiert der Konzern die Zahlen zum zweiten Quartal. Dieser Termin liefert den nächsten harten Fakten-Check für die ehrgeizigen Jahresziele.

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