Rheinmetall Aktie: 200 Millionen für F-35-Produktion in Weeze

Rheinmetall erhält weiteren US-Auftrag für autonome Militärlogistik. Die Aktie erholt sich kräftig, während der operative Cashflow negativ bleibt.

Die Kernpunkte:
  • US-Auftrag für autonome Fahrzeuge
  • F-35-Produktion in Weeze gestartet
  • Aktie erholt sich vom 52-Wochen-Tief
  • Negativer Cashflow trotz Auftragsflut

Rheinmetall hat am Wochenende einen weiteren Großauftrag aus den Vereinigten Staaten vermeldet – und die Aktie honoriert die Auftragsflut mit einer kräftigen Erholung. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 1.145,00 Euro, nach einem Wochenplus von 10,74 Prozent eines der stärksten Signale der vergangenen Monate. Parallel mehren sich Stimmen, die auf ein anhaltendes Problem hinweisen: Der Cashflow des Düsseldorfer Rüstungskonzerns bleibt angespannt, während die Investitionen weiter steigen.

US-Armee setzt auf autonome Logistik

Kern der jüngsten Nachrichtenlage ist ein Auftrag der US-Armee an die US-Tochter American Rheinmetall im Rahmen des Programms „Project Sustainment“. Der auf 18 Monate angelegte Vertrag zielt auf die Weiterentwicklung autonomer, hybrider Bodenfahrzeuge, die künftig kompaniegroße Einheiten von 150 bis 200 Soldaten versorgen sollen. Basis ist die Plug-in-Hybrid-Plattform Harbinger, ergänzt um Autonomietechnik von Forterra und Sprachsteuerung von Primordial Labs. Erste Prototypen sollen binnen eines Jahres entstehen, Feldtests könnten Ende 2026 folgen. Jim Schirmer, Vice President Sales & Marketing bei American Rheinmetall, sprach davon, der Auftrag erweitere das wachsende Portfolio des Unternehmens im Bereich autonomer Systeme.

Der Vertrag reiht sich in eine ganze Serie von Aufträgen, die Rheinmetall zuletzt aus den USA und Großbritannien erhalten hat. Neben weiteren amerikanischen Vereinbarungen laufen das britische Programm RCH155 sowie ein Modernisierungsauftrag für Fregatten. Anleger werten die Häufung als Beleg dafür, dass sich die internationale Diversifizierung des Konzerns über Europa hinaus fortsetzt.

Einstieg ins F-35-Geschäft

Zusätzliches Gewicht erhält die Nachrichtenlage durch den Start der Produktion am Standort Weeze in Nordrhein-Westfalen, wo Rheinmetall künftig als Zulieferer für den Tarnkappenbomber F-35 auftritt. Für rund 200 Millionen Euro entstand dort eine Fertigungslinie für Rumpfsektionen, ausgelegt auf 30 Einheiten pro Jahr. Die erste Sektion soll im Herbst in die USA geliefert werden, ein Rahmenvertrag sichert die Abnahme von insgesamt 400 Sektionen über eine Laufzeit von 17 bis 20 Jahren. Aktuell beschäftigt Rheinmetall am Standort 200 Mitarbeiter, bis 2026 soll die Belegschaft auf über 400 wachsen. Deutschland selbst hat 35 F-35-Kampfjets bestellt, was dem Programm zusätzliche politische Rückendeckung verleiht.

Kursbild zeigt Erholung, doch Warnsignale bleiben

Die Aktie hat sich seit ihrem 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro Ende Juni deutlich erholt und notiert inzwischen 26,87 Prozent darüber. Zum langfristigen Aufwärtstrend fehlt jedoch noch einiges: Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.473,94 Euro beträgt der Abstand weiterhin 22,32 Prozent, ein Zeichen dafür, dass die Erholung der vergangenen Wochen den scharfen Kurseinbruch seit dem Rekordhoch im Oktober noch nicht annähernd ausgeglichen hat. Die annualisierte Volatilität von knapp 70 Prozent verdeutlicht zudem, wie nervös der Handel in der Aktie bleibt.

Genau hier setzt die Kritik an: Trotz der Auftragsflut bleibt der operative Cashflow negativ, während die Investitionen in Kapazitätsaufbau – etwa in Weeze oder im Rahmen von Project Sustainment – hoch bleiben. Für Anleger bedeutet das einen Balanceakt zwischen Wachstumsstory und Finanzierungsdruck. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die Auftragsdynamik auch in einer spürbaren Verbesserung der Kapitalflüsse niederschlägt – ein Aspekt, der für die weitere Kursentwicklung mindestens ebenso entscheidend sein dürfte wie neue Vertragsmeldungen aus den USA oder Großbritannien.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 2. August liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rheinmetall