Rheinmetall Aktie: 20,78 Prozent seit Jahrestief

Rheinmetall-Aktie erholt sich vor Q2-Zahlen. Verkauf der Autozuliefersparte und neuer Bundeswehr-Auftrag stützen den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Kurserholung von über 20 Prozent seit Jahrestief
  • Verkauf der zivilen Power-Systems-Sparte besiegelt
  • Bundeswehr ordert 56 Schwerlasttransporter Elefant 2
  • Analysten erwarten deutliches Gewinnwachstum im Quartal

Rheinmetall meldet sich zurück. Die Aktie legte am Dienstag um 2,95 Prozent auf 1.090,00 Euro zu. Binnen sieben Tagen summiert sich das Plus auf 7,64 Prozent.

Der Anstieg fällt in eine entscheidende Woche. Am Donnerstag, den 6. August, legt der Konzern seine Zahlen zum zweiten Quartal vor. Parallel dazu treibt Rheinmetall seinen Umbau zum reinen Rüstungskonzern voran.

Der Kurs kämpft sich zurück

Am 25. Juni fiel die Aktie auf ein Jahrestief von 902,50 Euro. Seitdem hat sie sich um 20,78 Prozent erholt. Jetzt testet das Papier die Marke von 1.100 Euro und nähert sich dem 50-Tage-Durchschnitt bei 1.112,49 Euro an.

Bis zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt es allerdings weit. Dieser liegt bei 1.485,25 Euro – rund 26,61 Prozent über dem aktuellen Kurs. Die Erholung ist also real, aber der Weg zurück zu alter Stärke ist noch lang.

Abschied vom Automobilgeschäft

Im Juni hat Rheinmetall einen wichtigen Schritt vollzogen. Der Konzern unterzeichnete den Kaufvertrag für den Verkauf seiner zivilen Sparte „Power Systems“ an die Beteiligungsgesellschaft AEQUITA. Der vorläufige Kaufpreis für alle Anteile liegt bei 350 Millionen Euro.

Das Closing soll im vierten Quartal 2026 erfolgen, sobald die Behörden zustimmen. Damit verabschiedet sich Rheinmetall endgültig vom klassischen Autozuliefergeschäft. Übrig bleiben margenstarke Militärsegmente: Vehicle Systems, Weapon and Ammunition sowie Air Defence.

Auftragsbestand und ein neuer Bundeswehr-Deal

Die fundamentale Basis für die Kurserholung bleibt der Auftragsbestand von rund 73 Milliarden Euro. Erst vor wenigen Tagen kam ein neuer Auftrag hinzu: Die Bundeswehr bestellt 56 Schwerlasttransporter des Typs „Elefant 2″. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 60,5 Millionen Euro und läuft über die Jahre 2026 und 2027.

Solche Abrufe unterstreichen Deutschlands Rolle als NATO-Logistikdrehscheibe. Sie liefern auch den Kontext für die Erwartungen an den Quartalsbericht.

Was der 6. August bringen soll

Analysten rechnen im Konsens mit einem Umsatz von rund 3,12 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von über 28 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Gewinn je Aktie erwarten sie 6,06 Euro – deutlich mehr als die 2,90 Euro im Vorjahresquartal.

Erfüllt Rheinmetall diese Erwartungen, könnte das den nötigen Impuls liefern. Der kurzfristige Abwärtstrend wäre dann endgültig gebrochen. Bis Donnerstag bleibt der Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro der wichtigste Anker für das Vertrauen der Investoren.

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