Rheinmetall Aktie: 2,4 Milliarden für 2028

mwb research stuft Rheinmetall auf 'Sell' und warnt vor einer Umsatzlücke 2028. Operative Erfolge stehen negativen Cashflow-Zahlen gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • Verkaufsempfehlung von mwb research
  • Umsatzlücke 2028 trotz vollem Auftragsbuch
  • Free Cashflow im zweiten Quartal negativ
  • Kursziel bei 1.050 Euro gesetzt

Volle Auftragsbücher, trotzdem verkaufen Analysten die Aktie. Bei Rheinmetall klafft gerade eine Lücke zwischen operativer Stärke und Kapitalmarkt-Skepsis. Der Grund liegt zwei Jahre in der Zukunft.

Die Aktie schloss am Donnerstag bei 1.162,00 Euro, ein Minus von 1,5 Prozent. Seit Jahresanfang steht der Titel 25 Prozent im Minus. Auslöser der jüngsten Schwäche: eine neue Analyse von mwb research mit Verkaufsempfehlung.

Warum Analysten für 2028 warnen

mwb research stuft Rheinmetall auf „Sell“ ein und setzt das Kursziel bei 1.050 Euro an. Die Begründung überrascht auf den ersten Blick. Für 2026 und 2027 sehen die Analysten kein Problem. Der Auftragsbestand von rund 80,5 Milliarden Euro sichert diese Jahre gut ab.

Das Jahr 2028 sieht anders aus. Von dem Auftragsvolumen, das sich innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre umsetzen lässt, sind nur 2,4 Milliarden Euro fest für 2028 verbucht. Rheinmetall müsste also in den kommenden Quartalen erhebliche Zusatzaufträge gewinnen. Diese Aufträge bräuchten zudem eine kurze Vorlaufzeit bis zur Auslieferung.

Für 2026 rechnet mwb research mit einer Dividende von 13,41 Euro je Aktie. Trotzdem sehen die Analysten aktuell keinen Bewertungsspielraum nach oben.

Technologischer Erfolg trifft auf Cashflow-Sorgen

Operativ läuft es für Rheinmetall gut. Zusammen mit Hensoldt hat der Konzern passive Sensortechnologie erfolgreich in ein modernes Luftverteidigungssystem integriert. Das System kann Ziele aufklären und verfolgen, ohne selbst elektromagnetische Signale auszusenden. Das erhöht die Überlebensfähigkeit auf dem Schlachtfeld deutlich.

Der Kapitalmarkt blickt derzeit trotzdem woanders hin. Im Fokus steht die zeitliche Realisierung der Milliardenumsätze und die Cashflow-Entwicklung. Im zweiten Quartal 2026 fiel der Free Cashflow mit minus 1,6 Milliarden Euro tief negativ aus. Das Management begründet dies mit hohen Vorinvestitionen und verzögerten Zahlungen der Auftraggeber.

Charttechnik zeigt Widerstand

Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro aus dem Oktober 2025 hat sich die Aktie um 42 Prozent entfernt. Seit dem Jahrestief im Juni 2026 konnte sich der Kurs zwar erholen. Die 100-Tage-Linie bei 1.211,61 Euro bremst die Erholung derzeit aber aus.

Der RSI liegt bei 54,0 und damit in neutraler Zone. Weder Überverkauftheit noch Überhitzung sind aktuell erkennbar.

Anleger richten den Blick nun auf den 27. August. Dann könnten neue US-Exportvorgaben für kritische Rohstoffe wie Wolfram in Kraft treten, das für die Munitionsproduktion zentral ist. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für Schwankungen. Ob Rheinmetall seine Cash-Conversion-Ziele von über 40 Prozent erreicht, hängt stark von termingerechten Zahlungseingängen zum Jahresende ab.

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