Rheinmetall Aktie: 27 Prozent Zielkürzung bei UBS

Jefferies und UBS kürzen die Kursziele für Rheinmetall teils massiv, bestätigen aber ihre Kaufempfehlungen für den Rüstungskonzern.

Die Kernpunkte:
  • Kursziele von Jefferies und UBS gesenkt
  • Analysten bleiben bei Kaufempfehlungen
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 24 Prozent
  • Mögliche Übernahme der Iveco-Militärsparte

Drei Analystenrevisionen innerhalb von 48 Stunden — und alle zeigen in dieselbe Richtung. Jefferies und UBS haben ihre Kursziele für Rheinmetall teils drastisch gekürzt, halten aber an Kaufempfehlungen fest. Das Bild, das dabei entsteht, ist gespalten: Langfristig glauben die Banken an den Rüstungskonzern, kurzfristig sehen sie mehr Risiken als bisher eingepreist.

Kursziele unter Druck

Jefferies-Analystin Chloe Lemarie senkte das Ziel von 2.220 Euro auf 1.890 Euro. Als Grund nannte sie gestiegene Umsetzungsrisiken — Bedenken zur grundsätzlichen Produktrelevanz wies sie jedoch als übertrieben zurück. Das Rating bleibt „Buy“.

Noch schärfer fiel die Korrektur bei der UBS aus. Analyst Sven Weier kappte das Kursziel von 2.200 Euro auf 1.600 Euro — ein Rückgang von mehr als 27 Prozent. Seine Kernthese: Der Markt unterschätze das Wachstumspotenzial im Munitionsgeschäft und den Erfolg des Boxer-Transporters. Auch die UBS hält an „Buy“ fest. Barclays blieb als einziges der drei Häuser unverändert: Kursziel 2.035 Euro, Rating „Overweight“.

Alle drei Kursziele liegen damit deutlich über dem aktuellen Kurs von 1.221,60 Euro — was den Optimismus unterstreicht, aber auch zeigt, wie weit die Aktie von früheren Niveaus entfernt ist. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 24 Prozent verloren, auf Jahressicht sogar über 31 Prozent.

Wochenabschluss mit Erholung

Zum Wochenende hin legte die Aktie leicht zu. Am Freitag schloss sie mit einem Plus von 0,46 Prozent, auf Wochensicht steht ein Zuwachs von rund 9 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 1.118 Euro, markiert am 13. Mai, liegt damit knapp neun Prozent hinter dem aktuellen Kurs. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro trennen den Titel hingegen fast 39 Prozent.

Iveco-Sparte und rechtliche Unsicherheit

Strategisch könnte Rheinmetall bald eine Akquisitionsmöglichkeit nutzen. Das Unternehmen soll Interesse an der Militärsparte des italienischen Herstellers Iveco haben, dessen Eigentümerfamilie Agnelli über einen Teilverkauf verhandelt. Eine Übernahme würde die Position im europäischen Markt für Landverteidigungssysteme stärken — bei einem Auftragsbestand von rund 73 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals wäre die finanzielle Basis dafür vorhanden.

Weniger klar ist die Lage beim Gesetz zur Beschleunigung der Bundeswehrbeschaffungen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf erklärte Teile der Regelungen für verfassungswidrig, nun muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Je nach Ausgang könnte das die Planungssicherheit bei Großprojekten belasten — ein Risiko, das Analysten offenbar ebenfalls auf dem Radar haben.

Die nächsten Quartalszahlen erscheinen am 6. August 2026. Bis dahin dürften neue Auftragsmeldungen aus dem Umfeld europäischer Verteidigungsinitiativen den Takt vorgeben.

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