Rheinmetall Aktie: 300 Millionen Euro ins Q2 verschoben
Rheinmetall verfehlt Umsatzerwartungen im ersten Quartal, hält aber an Jahreszielen fest. Der Markt fokussiert nun auf die Lieferungen im zweiten Quartal.

- Umsatz verfehlt Markterwartungen deutlich
- Lieferungen von 300 Mio. Euro verschoben
- Operative Marge steigt auf 11,6 Prozent
- Jahresziele von 14 Milliarden Euro bestätigt
Rheinmetall hat ein Glaubwürdigkeitsproblem auf Zeit. Der Konzern verfehlte im Auftaktquartal die Umsatzerwartungen, hält aber an hohen Jahreszielen fest. Jetzt muss das laufende Quartal liefern, sonst wird aus einer Verschiebung ein Vertrauensproblem.
Die Aktie erholt sich am Mittwoch leicht auf 1.176,60 Euro. Das ändert wenig am Bild: In der vergangenen Woche verlor sie 17,95 Prozent, seit Jahresanfang 26,53 Prozent. Auch technisch bleibt der Druck hoch. Der Kurs liegt rund 20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt.
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Verschobene Lieferungen belasten
Im ersten Quartal erzielte Rheinmetall einen Konzernumsatz von 1,938 Milliarden Euro. Das waren rund 8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber weniger als die Markterwartung von bis zu 2,3 Milliarden Euro.
Das ist kein kleiner Rückstand. Der Markt zweifelt nicht am Bedarf für Rüstungsgüter, sondern am Tempo der Umsetzung. Genau dort liegt nun der wunde Punkt.
Der wichtigste Grund liegt im Timing. Lieferungen von rund 300 Millionen Euro wanderten ins zweite Quartal. Dazu gehören Lkw-Systeme im Wert von 200 Millionen Euro und Pulvervorräte für 100 Millionen Euro.
Marge hilft, Ziele bleiben hoch
Operativ sah das Bild besser aus. Das Ergebnis stieg um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro. Die Marge verbesserte sich auf 11,6 Prozent.
Auch je Aktie verdiente Rheinmetall mehr. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg von 1,78 Euro auf 2,18 Euro. Die Profitabilität stützt damit die Story, auch wenn der Umsatz hinterherhinkt.
Das ist der Kern der Debatte. Rheinmetall verdient besser, muss die verschobenen Projekte aber schnell in Umsatz verwandeln.
Für 2026 peilt der Vorstand weiter einen Konzernumsatz von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro an. Damit bleibt die Messlatte hoch.
Die operative Marge soll etwa 18,5 bis 19 Prozent erreichen. Der Prüfstein ist das laufende Quartal: Der Umsatz soll um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen.
Neu im Konzernabschluss ist Naval Systems. Die Sparte steuerte im Auftaktquartal 77 Millionen Euro Umsatz bei.
Langfristig plant Rheinmetall dort 5 Milliarden Euro Umsatz. Zum Start lag die operative EBIT-Marge bei rund 10 Prozent.
Analysten lesen das Risiko anders
JPMorgan wechselte von Overweight auf Neutral und senkte das Kursziel auf 1.500 Euro. Die Bank verweist auf Risiken bei der kurzfristigen Umsetzung der Lieferpläne und beim Produktportfolio.
Warburg Research bleibt trotz einer Zielsenkung auf 1.550 Euro bei Kaufen. Analyst Christian Cohrs hält die Korrektur für überzogen und verweist auf den Rüstungsboom in Europa.
Kurzfristig zählt nun die operative Umsetzung. Im Juni sollen die Lieferabrufe zeigen, ob die verschobenen Volumina wirklich im laufenden Quartal ankommen. Am 15. Mai ist außerdem die Dividendenzahlung von 11,50 Euro je Aktie vorgesehen.
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