Rheinmetall Aktie: 3,29 Milliarden Umsatz, 69 Prozent Plus

Rheinmetall erhält Großaufträge aus UK und Marine, meldet Rekordbestand von 80 Mrd. Euro. Negativer Cashflow trübt die starke Bilanz.

Die Kernpunkte:
  • UK bestellt 72 RCH-155-Systeme
  • Fregatten-Modernisierung für Deutsche Marine
  • Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro
  • Negativer Cashflow trübt Quartalsbilanz

Rheinmetall meldet in einer einzigen Woche einen Milliarden-Auftrag aus Großbritannien, ein Modernisierungsprojekt für die Deutsche Marine und einen Auftragsbestand von über 80 Milliarden Euro. Der Aktienkurs reagiert darauf kaum: Am Freitag schließt das Papier fast unverändert bei 1.145,00 Euro. Der eigentliche Stresstest für die Anleger steht erst noch bevor.

Großbritannien und die Marine bestellen

Die britische Armee ordert 72 Waffenanlagen für die Radhaubitze RCH 155. Das Auftragsvolumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Rheinmetall liefert die Systeme zwischen Mai 2028 und Juni 2031 aus, gefertigt unter anderem im neuen Werk in Telford.

Der Deal gehört zum britischen Programm „Mobile Fires Platform“. Es ersetzt die veralteten AS90-Panzerhaubitzen der britischen Streitkräfte.

Einen Tag zuvor kommt ein zweiter Auftrag hinzu. Rheinmetall modernisiert die Fregatte „Bayern“ der Klasse F123 für die Deutsche Marine. Der Auftrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich umfasst neue Radarsensorik und ein neues Führungs- und Waffeneinsatzsystem. Das Schiff soll damit bis mindestens 2035 einsatzfähig bleiben.

Umsatz und Auftragsbestand übertreffen die Erwartungen

Mitten in der Woche legt der Konzern per Ad-hoc-Mitteilung vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal vor. Der Umsatz steigt um rund 69 Prozent auf etwa 3,29 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreicht 562 Millionen Euro und liegt damit rund 20 Prozent über dem Analystenkonsens von 470 Millionen Euro.

Der Auftragsbestand überschreitet zum Quartalsende erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro. Allein im zweiten Quartal gehen neue Aufträge im Wert von 11,37 Milliarden Euro ein.

Der Cashflow bleibt die offene Baustelle

Bei so viel guten Nachrichten fällt ein Punkt aus der Reihe: der Cashflow. Rheinmetall erwartet für das zweite Quartal einen deutlich negativen operativen freien Cashflow. Das Unternehmen begründet dies mit verschobenen Kundenanzahlungen und einem geplanten Aufbau von Vorräten und Forderungen.

Der Grund dafür liegt in den eigenen Wachstumsplänen. Rheinmetall baut aktuell massiv Kapazitäten aus, um die prall gefüllten Auftragsbücher überhaupt abarbeiten zu können.

An der Börse zeigt sich die Erholung bereits in den Kurszahlen. Binnen sieben Handelstagen legt die Aktie um 10,74 Prozent zu. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro fehlen dem Papier aber weiterhin rund 43 Prozent.

Am Donnerstag, den 6. August 2026, folgt der vollständige Halbjahresbericht. Dann zeigt sich, wie der Vorstand die Cashflow-Entwicklung für das zweite Halbjahr einordnet. Anleger richten den Blick zudem darauf, ob Rheinmetall angesichts des starken Auftragszuflusses seine Jahresziele anhebt.

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