Rheinmetall Aktie: 3,9 Milliarden Euro für neue Anleihe
Rheinmetall platziert Anleihe mit 7,8-facher Überzeichnung. Aktie erholt sich von Jahrestief, Analysten sehen Aufwärtspotenzial.

- Anleihe 7,8-fach überzeichnet
- 500 Millionen Euro eingesammelt
- Aktie erholt sich von Tiefststand
- Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
Die erste klassische Unternehmensanleihe von Rheinmetall seit 2010 ist ein voller Erfolg. Das Orderbuch war 7,8-fach überzeichnet. Investoren stellten dem Rüstungskonzern rund 3,9 Milliarden Euro zur Verfügung – fast achtmal so viel wie angeboten.
Der Konzern platzierte am Donnerstag eine festverzinsliche Anleihe über 500 Millionen Euro. Die Laufzeit geht bis Mai 2031, der Kupon liegt bei 3,375 Prozent. Das Geld soll in allgemeine Geschäftszwecke fließen und bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren.
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Die massive Überzeichnung gilt als Vertrauensbeweis der Gläubiger. Sie signalisiert: Der Markt traut Rheinmetall langfristiges Wachstum und stabile Finanzen zu.
Aktie erholt sich – bleibt aber unter Druck
Der Aktienkurs zog am Donnerstag an und setzte am Freitag die Erholung zunächst fort. Am Morgen notierte das Papier bei 1.295,60 Euro. Am aktuellen Handelstag gibt die Aktie leicht nach: Sie kostet 1.284,60 Euro, ein Minus von 0,5 Prozent zum Vortag.
Die jüngste Erholung täuscht nicht über die Schwäche des Jahres hinweg. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie knapp 20 Prozent. Im Oktober 2025 erreichte Rheinmetall mit 1.995 Euro ein Rekordhoch – davon trennen den Kurs aktuell 35,6 Prozent. Im Mai 2026 markierte die Aktie bei 1.118 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Seitdem erholte sie sich um knapp 15 Prozent.
Der RSI liegt bei 84,1 – werte über 70 gelten als überkauft. Die 30-Tage-Volatilität beträgt annualisiert 51 Prozent. Das spricht für anhaltend hohe Kursschwankungen.
Analysten sehen noch Luft nach oben. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.886 Euro. Institute wie die Deutsche Bank bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlungen.
Operativ läuft es – Aufträge und steigende Gewinne
Rheinmetall profitiert von einer starken Auftragslage. Die Bundeswehr erteilte einen Großauftrag für Laser-Licht-Module im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Die Produktion in Stockach läuft bis 2032. Die Buchung wird für das zweite Quartal erwartet.
Das Gewinnwachstum ist sichtbar. Für 2026 prognostizieren Analysten einen Gewinn je Aktie von rund 38 Euro. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2025 lag der EPS bei 1,92 Euro, im ersten Quartal 2026 bei 2,42 Euro. Die Dividendenprognose für 2026 liegt bei 15,18 Euro je Aktie.
Ausblick: Was jetzt zählt
Mit der Anleihe hat Rheinmetall seine Finanzierungsbasis für die kommenden Jahre gestärkt. Die niedrigen Refinanzierungskosten trotz massiver Nachfrage zeigen die starke Stellung des Emittenten.
Der nächste Termin im Kalender: der 6. August 2026. Dann legt der Konzern die Quartalszahlen für das zweite Quartal vor. Bis dahin bleiben die globalen Verteidigungsausgaben und neue Aufträge aus bestehenden Rahmenverträgen die wichtigsten Kurs-Treiber.
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