Rheinmetall Aktie: 39 Prozent Minus trotz Auftragsflut

American Rheinmetall fertigt neue Waffenhalterungen und modernisiert bestehende Systeme; die Aktie verliert im Tageshandel 0,9 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • US-Auftrag umfasst 3.104 neue Waffenhalterungen
  • Modernisierung von 245 vorhandenen Systemen
  • Auslieferungen sollen 2026 beginnen
  • Rheinmetall-Aktie verliert im Tageshandel 0,9 Prozent

Der Rüstungskonzern Rheinmetall verzeichnet weitere operative Bestelleingänge in Nordamerika. Wie das Unternehmen mitteilte, erhielt American Rheinmetall über den Partner ADS einen Auftrag der US-Armee im Volumen von 20,7 Millionen US-Dollar. Im heutigen Handel gibt die Aktie um 0,9 Prozent nach und steht bei 947,70 Euro.

Der Kontrakt mit den US-Streitkräften umfasst die Fertigung von 3.104 neuen MK93 Enhanced Softmounts sowie die Modernisierung von 245 bereits vorhandenen Systemen. Bei den Einheiten handelt es sich um gedämpfte Waffenhalterungen. Die vertraglich vereinbarten Auslieferungen sollen noch im Jahr 2026 anlaufen und sich bis zum Oktober 2027 erstrecken.

Aufträge für US-Streitkräfte und Munitionsfertigung

Die Vereinbarung reiht sich in eine Serie operativer Erfolge auf dem US-amerikanischen Markt ein. Bereits am 9. September sicherte sich American Rheinmetall eine Bestellung des U.S. Marine Corps. Dieser Kontrakt im Wert von 7,28 Millionen US-Dollar beinhaltet die Lieferung von zwölf autonomen Fahrzeugen des Typs Mission Master SP, fünf Amphibien-Kits sowie zugehöriger Zusatzausrüstung.

Neben den Aktivitäten in Übersee meldete der Konzern am 14. September einen Großauftrag über Artilleriemunition. Ein nicht näher benannter internationaler Kunde orderte eine niedrige fünfstellige Stückzahl von 155-mm-Geschossen. Das Gesamtvolumen dieser Bestellung bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Fertigung der Munition hat bereits begonnen, die vollständige Auslieferung an den Abnehmer ist bis 2027 vorgesehen.

Langfristige Serviceverträge und Standorterweiterung

Abseits des militärischen Kerngeschäfts zu Lande baute der Konzern zuletzt seine Dienstleistungssparte aus. Am 23. September schloss Rheinmetall Naval Systems einen mehrjährigen Rahmenvertrag mit der Generalzolldirektion ab. Die Vereinbarung regelt Inspektions-, Instandsetzungs- und Noteinsatzarbeiten an vier LNG-Zollschiffen, bestehend aus drei 55-Meter-Einheiten und einem Schiff mit einer Gesamtlänge von 67 Metern.

Um die Kapazitäten für Entwicklung, Fertigung und Systemintegration auszubauen, eröffnete Rheinmetall Nordic eine Liegenschaft im norwegischen Skoppum mit 4.579 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Dort soll neben der Montage auch der Lifecycle-Support für verschiedene Systeme gebündelt werden.

An den Märkten spiegelt sich die kontinuierliche Auftragslage bislang nur gedämpft wider. Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 39 Prozent, da Anleger die operativen Fortschritte vor dem Hintergrund der allgemeinen Branchenentwicklung und hoher Investitionen abwägen.

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