Rheinmetall Aktie: 500-Millionen-Auftrag für Rettungsstationen

Rheinmetall sichert sich einen Bundeswehr-Auftrag über 500 Millionen Euro für mobile Rettungsstationen und gleicht damit den Rückschlag im Marinegeschäft aus.

Die Kernpunkte:
  • Bundeswehr bestellt mobile Rettungsstationen
  • Auftragsvolumen übersteigt 500 Millionen Euro
  • Marinegeschäft belastet Umsatzprognose
  • Analysten erhöhen Kursziele für Rheinmetall

Rheinmetall hat von der Bundeswehr einen weiteren Auftrag für mobile Rettungsstationen erhalten. Das Volumen liegt bei über 500 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Der Zuschlag reiht sich in eine Serie von Bestellungen für dieses Sanitätsprodukt ein und unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage der Bundeswehr nach entsprechender Ausrüstung.

Der neue Auftrag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Rheinmetall im Marinegeschäft mit Gegenwind zu kämpfen hat. Vor gut einer Woche hatte der Konzern seine Umsatzprognose für das laufende Jahr auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gesenkt, nachdem die Bundesregierung ein verzögertes Fregattenprogramm gestoppt hatte.

Der damit verbundene Belastungseffekt bezifferte Rheinmetall auf 300 Millionen Euro. Seither hat sich die Aktie um 3,1 Prozent erholt und notiert nun bei 1.211,80 Euro.

Landsysteme kompensieren Rückschlag im Marinegeschäft

Der frische Auftrag für Rettungsstationen zeigt, dass Rheinmetall den Dämpfer aus dem Marinesegment durch Bestellungen in anderen Sparten auffängt. Für das erste Halbjahr hatte der Konzern einen Umsatz von 5,227 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 333 Millionen Euro ausgewiesen.

Die breite Aufstellung zwischen Landsystemen, Munition und Sanitätsausrüstung verschafft dem Unternehmen offenbar Spielraum, Rückschläge in Einzelsegmenten zu kompensieren.

Parallel dazu bestätigte Rheinmetall Anfang August, dass der geplante Hochlauf der ATACMS-Produktion gemeinsam mit Lockheed Martin mehr Zeit benötige als ursprünglich geplant. Der Bericht verwies dabei auf den Wiederaufbau von Munitionsbeständen in den USA als treibenden Faktor. Für Anleger bedeutet das: Nicht jedes Rüstungsprogramm läuft im geplanten Tempo, auch wenn die grundsätzliche Nachfragelage intakt bleibt.

Analysten bleiben trotz Prognosesenkung zuversichtlich

Die jüngsten Einschätzungen der Analysten fielen trotz der gesenkten Umsatzprognose überwiegend konstruktiv aus. Jefferies hob am Montag das Kursziel von 1.300 auf 1.350 Euro an und beließ die Einstufung auf Buy.

JPMorgan bestätigte am selben Tag die Einstufung Neutral mit einem Kursziel von ebenfalls 1.350 Euro. Die Spanne der Kursziele reicht damit von rund 1.350 bis zu deutlich höheren Marken einzelner Häuser, was auf unterschiedliche Einschätzungen zur Erholungsgeschwindigkeit im Marinegeschäft hindeutet.

Kurs bleibt unter dem Jahreshoch

Trotz der jüngsten Erholung von 23 Prozent binnen 30 Tagen liegt die Aktie noch 40 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007 Euro, das Anfang Oktober erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 22 Prozent zu Buche.

Der jüngste Großauftrag für Rettungsstationen liefert damit ein Signal, dass die operative Basis abseits der Marineprobleme intakt bleibt – für eine vollständige Trendwende dürfte es jedoch weiterer Bestellungen dieser Größenordnung bedürfen.

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