Rheinmetall Aktie: 500-Millionen-Euro-Auftrag der Bundeswehr

Rheinmetall erhält Aufträge über Rettungsstationen und Täuschkörpersysteme, während der F126-Verlust die Jahresprognose um 300 Mio. Euro senkt.

Die Kernpunkte:
  • Bundeswehr bestellt 149 mobile Rettungsstationen
  • Dänemark beauftragt Täuschkörpersystem MASS
  • F126-Verlust senkt Umsatzprognose um 300 Mio.
  • RBC startet mit Outperform und 1.600 Euro Ziel

Rheinmetall hat in dieser Woche gleich mehrere Rüstungsaufträge eingefahren und damit ein Gegengewicht zu den Belastungen der vergangenen Wochen geschaffen. Am Montag meldete der Konzern einen Auftrag der Bundeswehr über mehr als 500 Millionen Euro für 149 zusätzliche geschützte und ungeschützte mobile Rettungsstationen. Die Produktion soll im ersten Quartal 2027 anlaufen.

Kurz darauf folgte die Nachricht über einen Lieferauftrag der dänischen Streitkräfte für das Täuschkörpersystem MASS. Der Vertrag wurde nach Angaben von Rheinmetall in Kopenhagen unterzeichnet und bereits im zweiten Quartal 2026 eingebucht, die Lieferungen sollen ab dem vierten Quartal 2027 beginnen.

Ergänzend demonstrierten Rheinmetall und Hensoldt am Mittwoch die erfolgreiche Integration passiver Sensortechnologie in ein modernes Luftverteidigungssystem – ein Beleg für die enge Kooperation beider Unternehmen im Bereich Luftverteidigung.

Schatten des F126-Debakels bleibt spürbar

Die Auftragsserie kann jedoch nicht vollständig über den Rückschlag hinwegtäuschen, den Rheinmetall Anfang August erlitten hat. CEO Armin Papperger äußerte sich laut Marktberichten „sehr unglücklich“ über den Verlust des Marine-Auftrags für die F126-Fregatten. Medienberichten zufolge musste der Konzern in der Folge seine Jahresumsatzprognose um 300 Millionen Euro auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro senken.

Diese Gemengelage aus operativer Auftragsdynamik und strategischem Rückschlag spiegelt sich im Aktienkurs wider. Am Freitag schloss das Papier bei 1.156,40 Euro, ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein deutliches Plus von 14 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die jüngste Auftragsflut am Markt durchaus honoriert wird, auch wenn der Kurs seit Jahresbeginn um 26 Prozent zurückliegt.

Analysten mit unterschiedlichem Blick

Die Investmentbank RBC nahm die Beobachtung von Rheinmetall am 11. August mit dem Rating „Outperform“ und einem Kursziel von 1.600 Euro auf – der optimistischste Wert unter den zuletzt genannten Einschätzungen. Jefferies hatte sein Kursziel bereits am 14. August von 1.300 auf 1.350 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt.

Die Spanne der Kursziele zeigt, dass der Markt die Aufträge der vergangenen Tage grundsätzlich positiv wertet, den F126-Verlust und die gesenkte Umsatzprognose aber unterschiedlich stark gewichtet.

Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob die Dynamik bei kleineren und mittleren Aufträgen – von Rettungsstationen bis zu Täuschkörpersystemen – ausreicht, um den Ausfall des milliardenschweren Marine-Programms mittelfristig zu kompensieren. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die Auftragsserie fortsetzt oder ob weitere Programmrisiken die Erholung der Aktie bremsen.

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