Rheinmetall Aktie: 5,7-Milliarden-Order aus Rumänien
Trotz Rekordauftrag aus Rumänien und Automotive-Verkauf fällt die Rheinmetall-Aktie. Analysten sehen Potenzial, der Markt bleibt skeptisch.

- 5,7 Milliarden Euro Auftrag aus Rumänien
- Verkauf der Sparte Power Systems besiegelt
- Aktie fällt trotz positiver Nachrichten
- ILA Berlin als nächster Impulsgeber
Ein Milliardenauftrag aus Rumänien, der Verkauf der Automotive-Sparte – und trotzdem fällt die Aktie. Rheinmetall legte eine Woche mit zwei starken Nachrichten hin. Die Börse reagierte verhalten.
Am Dienstag bestätigte der Düsseldorfer Rüstungskonzern ein Auftragspaket aus Rumänien im Wert von 5,7 Milliarden Euro – das größte internationale Paket der jüngeren Unternehmensgeschichte. Kernstück: 298 Lynx-Gefechtsfahrzeuge in mehreren Varianten, dazu Flugabwehrsysteme, Munition und vier Marineschiffe. Die Auslieferung ist zwischen 2028 und 2030 geplant.
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Nur zwei Tage später wurde der Verkauf der Automotive-Sparte Power Systems an die Münchner AEQUITA besiegelt. 350 Millionen Euro Kaufpreis – bei rund zwei Milliarden Euro Umsatz im Vorjahr. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Hinzu kommen Investitionen von 41 Millionen Dollar an US-Standorten.
Die Aktie schloss am Freitag bei 1.190 Euro. Das sind 7,87 Prozent weniger als eine Woche zuvor – und 25,69 Prozent unter dem Jahresendstand.
40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, nur acht Prozent über dem Tief aus Mai. Der RSI von 39,6 Punkten signalisiert leichte Überverkauftheit, aber keine Bodenbildung.
Der Kursrückgang ist kein Einzelfall. Auch Renk und Hensoldt stehen unter Druck. Der Sektor leidet unter Hoffnungen auf eine Friedenslösung in der Ukraine und Finanzierungsbedenken für höhere Verteidigungsausgaben in Europa.
Citigroup-Analyst Charles Armitage hob Rheinmetall zwar auf „Kaufen“, senkte das Kursziel aber auf 1.408 Euro – wegen einer höheren Aktienanzahl. Er hält die jüngsten Sorgen für übertrieben.
Barclays bestätigt Overweight mit einem Kursziel von 2.035 Euro und verweist auf Skalenvorteile bei Landsystemen und Munition. Berenberg bleibt bei Kaufen, Ziel 1.750 Euro. JPMorgan hingegen stufte auf „Neutral“ mit 1.500 Euro.
ILA Berlin als nächster Katalysator
Nächste Woche bietet die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin eine Bühne. Vom 10. bis 14. Juni zeigt Rheinmetall auf 840 Quadratmetern unter anderem die MQ-28 Ghost Bat Drohne, das Loitering-Munition-System FV-014 und die neue F-35-Produktion in Weeze, die bereits die achte Rumpfmittelsektion fertigt.
Das Unternehmen bestätigte die Umsatzprognose von 14 bis 14,5 Milliarden Euro für 2026 – ein Plus von bis zu 45 Prozent. Die vollen Produktionshochläufe sind auf das zweite Halbjahr gewichtet.
Die ILA Berlin wird zum Stimmungstest. Rheinmetall demonstriert dort, wie weit die Transformation vom Autozulieferer zum reinen Rüstungskonzern gediehen ist. Der Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro liefert reale Substanz. Jetzt muss die Geschichte bei den Investoren wieder ankommen.
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