Rheinmetall Aktie: 5,7-Milliarden-Paket aus Rumänien

Rheinmetall gewinnt weitere Rüstungsaufträge in den USA und Europa, während die Aktie seit Jahresbeginn 34 Prozent nachgibt.

Die Kernpunkte:
  • Ersatzteillieferung für die US Navy
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 34 Prozent
  • Rumänien bestellt Systeme für 5,7 Milliarden Euro
  • Investitionen in Kasseler Panzerproduktion

Rheinmetall hat einen weiteren Auftrag aus den USA gemeldet: Der Konzern liefert Ersatzteile an die US Navy. Die Nachricht reiht sich ein in eine Serie von Rüstungsaufträgen der vergangenen Wochen – Marktreaktion hin zeigt der Aktienkurs davon bislang wenig Beeindruckung.

Der Titel schloss am Montag bei 1.023,00 Euro und büßte damit 1,1 Prozent ein. Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,9 Prozent, das Papier notiert nun rund 6,8 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Anleger scheinen die operative Auftragsflut derzeit weniger stark zu gewichten als die allgemeine Risikoeinschätzung für Rüstungswerte.

Auftragslage bleibt robust

Der Navy-Auftrag ist Teil eines dichten Nachrichtenflusses: Erst Anfang September lieferte die US-Tochter American Rheinmetall Komponenten für den MCT-30-Turm an Kongsberg Defense & Aerospace, im Rahmen des ACV-30-Programms der US Marines.

Eine weitere Rheinmetall-Tochter erhielt von Kongsberg zudem einen Auftrag für Drehteile, verbunden mit einem separat genannten US-Auftrag über 710.000 US-Dollar. Ebenfalls Anfang September übergab Rheinmetall das erste Lynx-XM30-Prototypfahrzeug an die US Army.

Auch in Europa expandiert der Konzern. Ende August erhielt Rheinmetall vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr einen ersten Abrufauftrag für ein modulares Soldatencamp in Litauen. Das Bauvolumen beträgt 250 Millionen Euro, der anschließende Betrieb rund 40 Millionen Euro pro Jahr; die Inbetriebnahme ist ab Mitte August 2027 vorgesehen. Das Lager soll bis zu 2.000 Soldatinnen und Soldaten aufnehmen.

Parallel dazu investiert Rheinmetall 270 Millionen Euro am Standort Kassel, um die Panzerfertigung auszubauen und ein neues Logistikzentrum zu errichten. Der Standort soll laut Unternehmensangaben zu einem zentralen Panzer-Hub werden, inklusive Tests von Drohnensystemen.

Milliardenpaket aus Rumänien und Wachstumsziele

Ein weiterer Baustein der Auftragspipeline kommt aus Rumänien: Das Land bestellte laut Medienberichten bei Rheinmetall im Rahmen eines Rüstungspakets von rund 5,7 Milliarden Euro unter anderem Skyranger-35- und Skynex-Systeme. Konzernchef Armin Papperger äußerte sich laut Medienberichten Ende August zuversichtlich zur Gesamtentwicklung und erwartet für 2026 einen Auftragsbestand von mehr als 100 Milliarden Euro.

Trotz dieser Fülle an operativen Erfolgsmeldungen bleibt der Kursverlauf angespannt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 34 Prozent zu Buche, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von Anfang Oktober beträgt 49 Prozent. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob die Bewertung inzwischen die geopolitische Nachfrage nach Rüstungsgütern ausreichend widerspiegelt oder ob der Kursrückgang der vergangenen Monate die operativen Fortschritte überzeichnet.

Ausblick: Investorenkonferenzen im Fokus

Kurzfristig richtet sich der Blick auf zwei Termine: Am heutigen Dienstag tritt Rheinmetall bei der Veranstaltung „Morgan Stanley, Industrial CEOs unplugged“ auf, am Mittwoch folgt die Teilnahme an der Jefferies Industrials Conference.

Beide Auftritte könnten Anlegern zusätzliche Einblicke in die Auftragslage und die mittelfristige Wachstumsstrategie des Konzerns liefern, nachdem die operative Nachrichtenlage zuletzt deutlich positiver ausfiel als die Kursentwicklung.

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