Rheinmetall Aktie: 73 Milliarden Aufträge, Cashflow belastet

Rüstungskonzern steigert Umsatz und Marge, leidet aber unter negativem Cashflow und Kursverlusten. Analysten uneins über die weitere Entwicklung.

Die Kernpunkte:
  • Operativer Gewinn steigt auf 224 Millionen Euro
  • Auftragsbestand erreicht Rekordwert von 73 Milliarden Euro
  • Free Cashflow rutscht tiefer ins Minus
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn rund 25 Prozent

Starke Aufträge, bessere Margen, schwache Aktie — bei Rheinmetall passt die operative Entwicklung derzeit nicht zur Börsenstimmung. Vor der Hauptversammlung am Dienstag rückt vor allem ein Punkt in den Vordergrund: Der Konzern sitzt auf einem Rekordpolster an Aufträgen, muss dafür aber kurzfristig viel Kapital binden. Genau dieser Mix macht die Lage spannender als ein gewöhnlicher Quartalsbericht.

Die Aktie schloss am Freitag bei 1.207,20 Euro. In der vergangenen Woche verlor sie 11,90 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Minus bei 24,62 Prozent. Kein Wunder, dass die morgigen Aussagen des Vorstands genauer gelesen werden dürften als sonst.

Profitabilität zieht an

Operativ lieferte Rheinmetall im ersten Quartal solide Argumente. Der Konzernumsatz stieg um 8 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, der operative Konzerngewinn legte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu. Die operative Ergebnismarge verbesserte sich auf 11,6 Prozent.

Das ist wichtig, weil Rheinmetall nicht nur wächst, sondern mehr Ertrag aus dem Umsatz zieht. In einem Umfeld steigender Verteidigungsausgaben zählt genau diese Kombination. Wachstum allein reicht nicht, wenn Lieferketten, Kapazitätsausbau und Vorfinanzierung die Ergebnisse auffressen.

Der Auftragsbestand erreichte zum Ende des Quartals 73 Milliarden Euro. Dazu trug erstmals auch das neue Marine-Segment bei, das nach der Übernahme von Naval Vessels Lürssen mit rund 5,5 Milliarden Euro in den Auftragsbestand einfloss.

Cashflow bleibt der wunde Punkt

Der operative Free Cashflow fiel im ersten Quartal auf minus 285 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Minus bei 243 Millionen Euro gelegen. Rheinmetall verweist auf den hohen Vorratsaufbau und die damit verbundene Bindung von Working Capital.

Das ist keine Nebensache. Wer die erwartete Nachfrage aus EU- und NATO-Staaten bedienen will, muss Material, Komponenten und Produktionskapazitäten vorhalten. Kurzfristig belastet das die Kasse, mittelfristig kann es die Lieferfähigkeit absichern.

Beim Ergebnis je Aktie zeigte sich die operative Verbesserung klarer. Es stieg von 1,78 Euro auf 2,18 Euro. Die Jahresprognose mit einer operativen Ergebnismarge von rund 19 Prozent bleibt damit der zentrale Maßstab für die kommenden Quartale.

Analysten sehen unterschiedliche Risiken

Auch die Analystenlage ist nicht einheitlich. Die Deutsche Bank bleibt bei „Buy“ und nennt ein Kursziel von 2.100 Euro. Sie verweist auf die langfristige Auftragsbasis und das Wachstumspotenzial.

JPMorgan sieht die Lage vorsichtiger. Die US-Bank stufte die Aktie auf „Neutral“ herab und setzt das Kursziel bei 1.500 Euro. Als Belastungsfaktor gilt vor allem, dass Rheinmetall die Markterwartungen zuletzt nicht immer vollständig erfüllen konnte.

Technisch ist der Druck ebenfalls sichtbar: Der Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.500,51 Euro und klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.665,95 Euro. Die Hauptversammlung am Dienstag wird damit weniger zur Formalie als zum nächsten Test, ob der Vorstand die Brücke zwischen Rekordaufträgen, Cashflow-Belastung und ambitionierter Margenprognose überzeugend schlagen kann.

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