Rheinmetall Aktie: 73 Milliarden Auftragsbestand
Rheinmetall erhält Millionenauftrag für Gewehr-Module, während der Aktienkurs unter dem 200-Tage-Schnitt notiert.

- Bundeswehr bestellt LLM-VarioRay Module
- Auftragsbestand steigt auf 73 Milliarden Euro
- Analysten sehen Kurspotenzial von 50 Prozent
- RSI signalisiert kurzfristige technische Spannung
Rund 38 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, aber mit einem prall gefüllten Auftragsbuch — Rheinmetall steckt in einem scharfen Widerspruch. Der Kurs kämpft mit den Folgen einer massiven Korrektur, während das operative Geschäft weiter Fahrt aufnimmt.
Neuer Großauftrag stützt die Bewertung
Die Bundeswehr hat Rheinmetall einen weiteren Millionenauftrag erteilt: Laser-Licht-Module des Typs LLM-VarioRay für das neue Sturmgewehr der Truppe. Der Auftragswert liegt im netto mehrere hundert Millionen Euro schweren Bereich. Zwischen 2026 und 2032 soll eine sechsstellige Stückzahl der Module geliefert werden — produziert bei Rheinmetall Soldier Electronics in Stockach. Es handelt sich um den zweiten Festabruf aus einem Rahmenvertrag, der ursprünglich im Juni 2021 geschlossen und Ende 2025 erweitert wurde. Gebucht wird er im zweiten Quartal 2026.
Der Auftrag passt in ein größeres Bild: Der Konzernauftragsbestand kletterte zum 31. März 2026 auf rund 73 Milliarden Euro — ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 8 Prozent auf knapp 1,94 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verbesserte sich um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro. Die Ergebnismarge erreichte damit 11,6 Prozent.
Analysten sehen Kursziele weit über 2.000 Euro
Das Stimmungsbild unter institutionellen Analysten bleibt klar bullish. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 1.886 Euro — etwa 50 Prozent über dem aktuellen Niveau. Goldman Sachs nennt 2.300 Euro, JP Morgan 2.130 Euro, Barclays 2.125 Euro. Jefferies senkte sein Ziel zuletzt auf 1.890 Euro, bleibt aber bei einer Kaufempfehlung.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Analystenkonsens einen Gewinn je Aktie von durchschnittlich 38,00 Euro. Die Dividende soll auf 15,14 Euro steigen, nach 11,50 Euro im Vorjahr. Der Umsatz soll laut Unternehmensplanung bis zu 14,5 Milliarden Euro erreichen.
Kurs weit unter Durchschnitt, RSI im überkauften Bereich
Der Schlusskurs lag am Mittwoch bei 1.234,20 Euro — rund 25 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 23 Prozent. Auffällig: Der RSI liegt mit 90,3 tief im überkauften Bereich, was auf eine kurzfristige technische Spannung hindeutet, auch wenn die jüngste Erholung vom Mai-Tief bei 1.118 Euro rund 10 Prozent beträgt.
Das nächste harte Datum ist der 6. August 2026, wenn Rheinmetall die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt. Bis dahin dürften neue Aufträge und Fortschritte bei NATO-Beschaffungsvorhaben die Richtung bestimmen — die operative Dynamik jedenfalls spricht eine andere Sprache als der Kursverlauf der vergangenen Monate.
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