Rheinmetall Aktie: 73 Milliarden Euro Backlog
Trotz deutlicher Kursverluste seit Jahresbeginn sehen 20 von 21 Analysten bei Rheinmetall ein Aufwärtspotenzial von rund 67 Prozent.

- Überwältigende Kaufempfehlungen der Analysten
- Kursverlust von 24 Prozent seit Januar
- Umsatzwachstum von acht Prozent im Q1
- Nächster Prüfpunkt: Halbjahreszahlen im August
Fast alle Analysten empfehlen Kaufen. Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Dieses Spannungsfeld prägt Rheinmetall aktuell mehr als jede Einzelnachricht.
Von 21 im Mai ausgewerteten Analysten setzen 20 auf Kaufen, einer auf Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2.025 Euro. Zum aktuellen Kurs von 1.210,60 Euro wäre das ein Aufwärtspotenzial von rund 67 Prozent.
Kursverlust trifft auf Analystenoptimismus
Seit Jahresanfang hat die Aktie knapp 24 Prozent verloren. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Minus sogar 32 Prozent. Der Kurs notiert deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.338 Euro und weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.617 Euro.
Die Kursziele der Analysten streuen stark. Die Deutsche Bank nennt 2.100 Euro, Barclays 2.035 Euro und Jefferies 1.890 Euro — alle mit Kaufempfehlung. UBS sieht das Ziel bei 1.600 Euro, JP Morgan bei 1.500 Euro mit Neutral-Rating.
Q1 zeigt Wachstum, aber auch Belastungen
Die Quartalszahlen für Q1 2026 liefern den operativen Rahmen. Rheinmetall steigerte den Umsatz um acht Prozent auf 1.938 Millionen Euro. Das operative Ergebnis kletterte von 191 auf 224 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 11,6 Prozent.
Ein Wermutstropfen: Der operative Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten fiel auf minus 285 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es plus 243 Millionen Euro. Rheinmetall begründet das mit gezieltem Vorratsaufbau für das geplante Wachstum.
Der Auftragsbestand wächst unterdessen kräftig. Zum 31. März 2026 bezifferte Rheinmetall den Backlog auf 73 Milliarden Euro — nach 56 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Die Jahresprognose steht: Umsatz zwischen 14,0 und 14,5 Milliarden Euro, operative Marge rund 19 Prozent.
Halbjahreszahlen als nächster Prüfpunkt
Der nächste harte Datenpunkt kommt am 6. August 2026: Dann veröffentlicht Rheinmetall den Halbjahresbericht. Dort wird der Markt sehen, ob Umsatzdynamik, Auftragseingang und Cashflow die bestätigte Jahresprognose stützen. Am 5. November folgt der Q3-Bericht, Ende November ein Capital Markets Day.
Bis dahin bleibt die Volatilität hoch — annualisiert auf 52 Prozent. Wer auf eine Neubewertung setzt, braucht zunächst überzeugende Halbjahreszahlen.
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