Rheinmetall Aktie: 80,4 Milliarden Euro Auftragsbestand
Rheinmetall senkt Umsatzziel für 2026 um 300 Mio. Euro, meldet aber Rekordprofitabilität im ersten Halbjahr und neue Großaufträge.

- Umsatzprognose um 300 Millionen gesenkt
- Rekordprofitabilität im ersten Halbjahr
- Neue Aufträge aus Großbritannien und Europa
- Analysten bleiben trotz Kürzung positiv
Rheinmetall steckt mitten in einem Balanceakt zwischen operativer Stärke und einem empfindlichen Dämpfer aus Berlin. Am Donnerstag senkte der Konzern die Umsatzprognose für 2026 um 300 Millionen Euro, nachdem der Bund das Fregattenprogramm F-126 gestoppt hatte. Reuters berichtete, dass Rheinmetall nun für das Gesamtjahr eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro in Aussicht stellt.
Der Rückschlag beim Marineprogramm trübt die Bilanz eines ansonsten starken ersten Halbjahres kaum. Rheinmetall meldete für die ersten sechs Monate 2026 ein deutliches Umsatzwachstum und eine Profitabilität auf Rekordniveau.
Für das zweite Quartal nannte Reuters konkrete Zahlen: 3,289 Milliarden Euro Umsatz, ein operatives Ergebnis von 562 Millionen Euro und einen Auftragsbestand von 80,4 Milliarden Euro. Der vorläufige Umsatz im zweiten Quartal fiel laut Unternehmensangaben höher aus als zuvor erwartet.
Neue Aufträge stützen das Geschäft
Während die Prognosekürzung für Schlagzeilen sorgte, liefen operativ weitere Geschäfte an. Rheinmetall erhielt laut Reuters einen Auftrag aus Großbritannien für Radhaubitzen-Waffenanlagen, in anderer Darstellung als Vertrag mit der britischen Armee über Haubitzen beschrieben. Parallel dazu bestellten Deutschland und die Niederlande Boxer-Fahrzeuge bei Rheinmetall und dem Rüstungskonzern KNDS.
Auch geopolitisch bleibt der Konzern im Blickfeld. Reuters hatte Ende Juli berichtet, dass China Rheinmetall gemeinsam mit 13 weiteren europäischen Unternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt hat. Rheinmetall selbst erklärte dazu, die Auswirkungen seien nur gering.
Zudem rückte der Konzern im Zusammenhang mit der Produktion von ATACMS-Munition und der Wiederauffüllung amerikanischer Bestände in den Fokus der Berichterstattung – hier ging es vor allem um die Dauer des Produktionshochlaufs.
Analysten bleiben trotz Prognosekürzung positiv
Die jüngste Analystenreaktion fiel trotz der gesenkten Umsatzprognose überwiegend zustimmend aus. RBC Capital Markets setzte am Dienstag die Coverage von Rheinmetall mit dem Rating „Outperform“ und einem Kursziel von 1.600 Euro fort. Das Haus hatte die Aktie erst kurz zuvor neu in die Bewertung aufgenommen.
An der Börse zeigt sich das Papier zuletzt uneinheitlich. Der Schlusskurs vom Dienstag lag bei 1.143,60 Euro, nach einem Rückgang von 5,47 Prozent auf Wochensicht.
Zugleich steht die Aktie über den vergangenen 30 Tage um 16,34 Prozent im Plus – ein Zeichen, dass die kurzfristige Erholung von den Nachrichten der vergangenen Tage überlagert wird. Zum 52-Wochen-Hoch von 2.007 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, bleibt der Abstand mit 43,02 Prozent beträchtlich.
Ein Randaspekt der Berichterstattung betraf die Sicherheitslage des Unternehmenschefs, der laut Medienberichten unter Personenschutz steht – ein Hinweis auf die angespannte Stimmung rund um die Rüstungsbranche, die über das operative Geschäft von Rheinmetall hinausreicht.
Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob das Rekordhalbjahr die Kürzung beim Fregattenprogramm langfristig überstrahlt. Die jüngsten Aufträge aus Großbritannien sowie von Deutschland und den Niederlanden liefern dafür zumindest erste operative Belege.
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