Rheinmetall Aktie: 8,2 Milliarden für 132 Kampfpanzer

Rheinmetall sichert sich einen 8,2-Milliarden-Euro-Panzerauftrag aus Italien. Analysten sehen trotz Kursverlusten Potenzial für eine Erholung.

Die Kernpunkte:
  • Joint Venture mit Leonardo in Italien
  • Lieferung von 132 Kampfpanzern vereinbart
  • Konzernchef warnt vor KI in Waffensystemen
  • Analysten raten zum Aktienkauf

Auf der Branchenmesse Eurosatory in Paris präsentiert Rheinmetall volle Auftragsbücher. An der Börse hinkt der Rüstungskonzern den Erwartungen allerdings hinterher. Seit Jahresbeginn hat das Papier ein Viertel seines Wertes verloren. Ein neuer Milliarden-Deal in Italien könnte nun die Wende bringen.

Panzer-Großauftrag und KI-Warnung

Rheinmetall baut sein Panzergeschäft massiv aus. Das neu gegründete Joint Venture LRMV mit dem Partner Leonardo sichert sich einen gewaltigen Liefervertrag. Italien bestellt 132 Kampfpanzer bis zum Jahr 2038. Das garantiert dem Konzern feste Einnahmen von rund 8,2 Milliarden Euro.

Inklusive möglicher Exporte schätzen Experten das Gesamtvolumen des Programms auf bis zu 50 Milliarden Euro. Basis für die neuen Fahrzeuge ist der KF51 Panther.

Konzernchef Armin Papperger nutzte den Auftritt in Paris für eine eindringliche Warnung. Er fordert eine strikte globale Regulierung für Künstliche Intelligenz in Waffensystemen. Rheinmetall selbst hält am Menschen als letzter Entscheidungsinstanz fest.

Parallel dazu expandiert der Konzern international. Drei strategische Partnerschaften stehen dabei im Fokus:
* Luftverteidigung: Ein Joint Venture mit LIG Defence aus Südkorea baut einen europäischen Raketenschirm.
* Satelliten: Eine Kooperation mit Vantor soll europäische Aufklärungsfähigkeiten stärken.
* Asien-Expansion: In Japan baut Rheinmetall eine eigene Waffenproduktion auf.

Analysten wittern Einstiegschancen

Die operative Stärke spiegelt sich am Aktienmarkt kaum wider. Die Folge: Seit Januar steht ein Minus von gut 25 Prozent auf der Kurstafel. Analyst George McWhirter von der Berenberg Bank sieht genau hier eine Einstiegsgelegenheit. Er rät zum Kauf und ruft ein Kursziel von 1.750 Euro auf.

Am Freitag schloss das Papier mit einem Kursplus von gut zwei Prozent bei 1.200,20 Euro. Für ein neues Kaufsignal muss die Aktie ihren 50-Tage-Durchschnitt überwinden. Dieser Widerstand verläuft aktuell bei 1.283,17 Euro. Nach unten sichert das jüngste Maitief den Kurs ab.

Die nächsten Impulse lassen nicht lange auf sich warten. Am 7. und 8. Juli treffen sich die Mitgliedsstaaten zum NATO-Gipfel. Marktbeobachter rechnen im Umfeld dieses Termins mit weiteren Großaufträgen. Bis dahin dürfte die hohe Schwankungsbreite der Aktie den Handel dominieren.

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