Rheinmetall Aktie: Abarbeitung-Angst?

Geopolitische Unsicherheit und Fragen zum Umsatztempo belasten den Kurs, während Rheinmetall neue Marine- und Entwicklungsprojekte meldet.

Die Kernpunkte:
  • Rheinmetall verliert am Donnerstag 3,8 Prozent
  • Aktie liegt 52 Prozent unter Jahreshoch
  • Naval Systems schließt Wartungsvertrag für vier Zollschiffe
  • Pierburg erhält rund 1,5 Millionen Euro Förderung

Europäische Rüstungsaktien stehen an den Börsen unter erhöhtem Verkaufsdruck. Bei Rheinmetall summiert sich das Minus seit Beginn des Börsenjahres auf deutliche Kursabschläge, während die Papiere auch zum Wochenauftakt mit 971,70 Euro um 1,4 Prozent schwächer notieren. Marktteilnehmer wägen derzeit die geopolitische Gemengelage gegen die operative Umsetzung der gefüllten Orderbücher ab.

Unsicherheiten belasten die gesamte Branche

Am Donnerstag gerieten die Papiere europäischer Wehrtechnikhersteller spürbar ins Schlingern. Rheinmetall verlor an diesem Handelstag 3,8 Prozent an Wert. Als Belastungsfaktoren meldete die Nachrichtenagentur dpa-AFX eine wachsende Verunsicherung rund um geopolitische Konflikte und die staatliche Aufrüstung sowie hohe Ölpreise.

Zusätzlich rückte die operative Leistungsfähigkeit in den Mittelpunkt der Marktbeobachter. Das Analysehaus MWB Research verwies darauf, dass nach den Rekordeingängen der vergangenen Quartale nun die tatsächliche Abarbeitung der Aufträge verstärkt vom Markt bewertet wird. Anleger fordern zunehmend Belege dafür, dass der Konzern die hohen Zusagen zeitnah in zählbare Erlöse verwandeln kann.

Der Kurs bleibt damit weit von früheren Bestmarken entfernt. Mit dem aktuellen Niveau liegt die Aktie 52 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro.

Marine-Auftrag und Investitionen im operativen Geschäft

Abseits der Kursturbulenzen meldete der Düsseldorfer Konzern am Mittwoch den Abschluss eines neuen Rahmenvertrags. Die Division Naval Systems übernimmt für die Generalzolldirektion mehrjährige Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an vier neuen LNG-Zollschiffen.

Die Vereinbarung beinhaltet neben den regelmäßigen Kontrollen auch die Unterstützung bei technischen Problemen sowie einen Notfallservice während des Betriebs. Ein finanzielles Volumen nannten die Partner nicht.

Auch in den Spezialsparten treibt das Unternehmen Projekte voran. Die Unternehmenstochter Pierburg Pump Technology erhielt Fördermittel über rund 1,5 Millionen Euro für die Entwicklung industrieller Produktionsprozesse von NanoLam-Kondensatoren. Am betreffenden Standort sind dafür Gesamtinvestitionen von mehr als 4,4 Millionen Euro vorgesehen.

Ausbildungsgeräte und Erprobungen für die Streitkräfte

Parallel dazu vermeldeten die Konzerntöchter Rheinmetall Electronics und Rheinmetall Landsysteme Fortschritte bei Ausrüstungsprojekten für die Infanterie. Für ein neuartiges Ausbildungsgerät zur Schieß- und Gefechtsausbildung des schweren Waffenträgers Infanterie wurde der offizielle Abnahmetest im Werk erfolgreich bestanden.

Zudem beteiligte sich Rheinmetall an der Erprobungsübung REPMUS26 der NATO in Portugal. Im Mittelpunkt standen vernetzte, unbemannte Systeme zum Schutz maritimer Infrastruktureinrichtungen.

Ein verlegbares, containerisiertes System des Rüstungskonzerns fungierte dabei während des Manövers als Einsatzzentrale für die Deutsche Marine. Trotz dieser operativen Fortschritte entscheidet an der Börse derzeit vor allem das Tempo, mit dem bestehende Großaufträge in reale Umsätze fließen.

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