Rheinmetall Aktie: AEQUITA kauft Zivilsparte für 350 Millionen
Rheinmetall präsentiert neuen Kampfpanzer und Langstreckenrakete, verkauft Zivilsparte. Konzern fokussiert sich komplett auf Rüstung.

- Weltpremiere des neuen Kampfpanzers NMBT
- Marschflugkörper mit 2.000 km Reichweite
- Verkauf der Automobilsparte für 350 Mio. Euro
- Aktie legt zu, bleibt aber im Jahrestief
Auf der Eurosatory in Paris hat Rheinmetall gleich drei Weichenstellungen auf einmal verkündet. Ein neuer Kampfpanzer, ein Langstrecken-Marschflugkörper und der endgültige Abschied vom Zivilgeschäft — der Düsseldorfer Konzern sendet ein klares Signal.
Weltpremiere mit 8,2-Milliarden-Potenzial
Das Gemeinschaftsunternehmen Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) hat den „New Main Battle Tank“ (NMBT) erstmals öffentlich gezeigt. Das Fahrzeug basiert auf Rheinmetalls KF51-Panther-Plattform und integriert Elektronik sowie Waffensysteme von Leonardo. Ziel ist die Ablösung der veralteten Ariete-Flotte des italienischen Heeres.
Das potenzielle Auftragsvolumen beziffern Branchenexperten auf rund 8,2 Milliarden Euro. Geplant sind 132 Kampfpanzer plus Unterstützungsfahrzeuge. Die Programmlaufzeit reicht bis 2038.
Reichweite von 2.000 Kilometern
Parallel dazu treibt Rheinmetall mit dem Partner Destinus das Marschflugkörper-Programm „Ruta Block 3″ voran. Das System soll Tiefenangriffe über mehr als 2.000 Kilometer ermöglichen. Die Modelle „Kryla“ und „Ruta Block 2″ laufen bereits vom Band. Das neue Langstreckensystem soll NATO-weit vermarktet werden.
Das ist ein erheblicher Schritt. Rheinmetall verlässt damit das angestammte Terrain der Landsysteme und Munition.
Zivilsparte verkauft, Fokus gesetzt
Den Abschluss bildet der Verkauf des verbliebenen Automobilgeschäfts. Rheinmetall hat eine verbindliche Vereinbarung mit der Industriegruppe AEQUITA unterzeichnet. Der vorläufige Kaufpreis liegt bei rund 350 Millionen Euro. Der Vollzug ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Danach agiert der Konzern ausschließlich als Verteidigungs- und Sicherheitsunternehmen.
Die Aktie legte am Mittwoch um 1,79 Prozent auf 1.169,20 Euro zu. Das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass das Papier im laufenden Jahr rund 27 Prozent im Minus liegt — weit entfernt vom September-Hoch bei 1.995,00 Euro. Der RSI von 41,3 zeigt eine technisch angeschlagene Verfassung. Ob die Messe-Impulse ausreichen, um den Abwärtstrend zu brechen, wird sich an den nächsten Großaufträgen aus Rom entscheiden.
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