Rheinmetall Aktie: AfD-Wahlsieg bremst Erholung

Rheinmetall fällt erneut nahe 1.000 Euro. Politische Unsicherheiten und die hohe Bewertung erschweren eine nachhaltige Kurserholung.

Die Kernpunkte:
  • Rheinmetall verliert fast 35 Prozent
  • AfD-Wahlerfolg erhöht politische Unsicherheit
  • Renk gibt nach kurzer Erholung nach
  • Hensoldt bleibt mit neun Prozent im Plus

Ein Kurssprung von bis zu 3,8 Prozent am Dienstag, ein Rücksetzer von über 3 Prozent am Mittwoch – die Rheinmetall-Aktie kommt aus dem Konsolidierungsmodus einfach nicht heraus. Die Aktie fällt via Xetra auf 1.015 Euro und kratzt damit wieder an der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Euro. Seit Jahresbeginn steht der Titel mit fast 35 Prozent Minus als größter Verlierer im DAX da.

Auch Renk und Hensoldt geben nach ihrer kurzen Erholung wieder nach. Renk verliert gut 2 Prozent auf 43,22 Euro und hat im laufenden Jahr fast ein Fünftel eingebüßt. Hensoldt bleibt mit einem Plus von 9 Prozent die Ausnahme in der Branche.

AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt sorgt für Nervosität

Der deutliche Sieg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gilt als einer der Belastungsfaktoren für die Rüstungswerte. Analyst Jens-Peter Rieck von mwb Research sieht darin „längerfristig politische Risiken für die deutschen Verteidigungsausgaben“. Die Partei kommt bundesweit inzwischen auf rund 28 Prozent Zustimmung – ein Niveau, das ihren Einfluss auf künftige Haushaltsentscheidungen wachsen lassen könnte.

Brisant wird das, weil die AfD zwar für eine Aufrüstung der Bundeswehr eintritt, Ukraine-Hilfen aber ablehnt und Sanktionen gegen Russland lockern will. Gegen das Sondervermögen für die Bundeswehr hatte sie zudem gestimmt. Diese Widersprüchlichkeit macht die Partei für Rüstungsinvestoren zu einem schwer kalkulierbaren Faktor.

Hinzu kommen Andeutungen einer möglichen Annäherung zwischen Russland und den USA im Ukraine-Krieg, die zusätzlich auf die Stimmung drücken. An der grundsätzlichen Bedrohungslage durch Russland und der damit verbundenen Notwendigkeit zur Modernisierung europäischer Armeen dürfte ein solcher Kurswechsel allerdings wenig ändern.

Hohe Bewertung bleibt Belastung

Im Handel wird zudem auf die weiterhin ambitionierte Bewertung der Rüstungstitel verwiesen, trotz der herben Verluste der vergangenen Monate. Gewinnmitnahmen nach der kurzen Erholung vom Dienstag fallen entsprechend leicht.

Für die Aktie bleiben damit zwei Kräfte entscheidend: die politische Großwetterlage rund um Verteidigungsausgaben und Diplomatie einerseits, die fundamentale Bewertungsfrage andererseits. Solange beide Unsicherheiten bestehen, dürfte die Aktie zwischen kurzen Erholungsversuchen und erneuten Abverkäufen pendeln.

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