Rheinmetall Aktie: Air Defence wächst 43 Prozent
Rheinmetall präsentiert auf der ILA Berlin neue Drohnen und Abwehrsysteme, während der Aktienkurs trotz Rekordaufträgen deutlich nachgibt.

- Neue Drohnen und Luftverteidigung auf der ILA
- Umsatzplus von 43 Prozent bei Air Defence
- Aktienkurs seit Jahresbeginn um 25 Prozent gefallen
- Auftragsbestand der Division über drei Milliarden Euro
Rekordaufträge und Hightech-Waffen treffen auf einen massiven Kursverfall. Wenn Rheinmetall in wenigen Tagen auf der ILA Berlin seine neuesten Drohnen- und Luftverteidigungssysteme präsentiert, klaffen operative Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Der Rüstungskonzern muss beweisen, dass seine Technologie-Offensive den Abwärtstrend der Aktie stoppen kann.
Drohnen und Tarnkappenbomber im Fokus
Auf der Luft- und Raumfahrtmesse rückt das Düsseldorfer Unternehmen ab dem 10. Juni vernetzte Systeme in den Mittelpunkt. Ein zentraler Baustein ist die Kampfdrohne Ghost Bat. Hier kooperiert Rheinmetall mit Boeing, um bis 2029 ein unbemanntes Begleitflugzeug für die Bundeswehr zu liefern.
Parallel dazu liefert das F-35-Programm sichtbare Fortschritte. In der neuen Fabrik in Weeze läuft seit vergangenem Sommer die Produktion. Inzwischen befindet sich das achte Rumpfmittelteil für den Tarnkappenbomber in der Fertigung. Insgesamt baut Rheinmetall 400 dieser Komponenten für den US-Partner Northrop Grumman.
Luftverteidigung treibt das Geschäft
Im Bereich der Flugabwehr zeigt der Konzern den Skyranger 30 auf dem Boxer-Radpanzer. Hinzu kommt eine neue Loitering Munition. Diese Kamikaze-Drohne wird vollständig in der EU gefertigt und bietet eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern.
Genau diese Waffensysteme füllen aktuell die Auftragsbücher. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz der Sparte Air Defence um 43 Prozent auf 192 Millionen Euro. Der Auftragsbestand der Division wuchs auf über drei Milliarden Euro an.
Kursverfall trotz voller Bücher
An der Börse verpuffen diese operativen Erfolge derzeit völlig. Die Aktie rutschte am Donnerstag auf 1.195,00 Euro ab. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf gut 25 Prozent. Vom Rekordhoch im vergangenen September ist das Papier mittlerweile 40 Prozent entfernt.
Der Abwärtstrend verläuft konträr zur bestätigten Unternehmensprognose. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand weiterhin einen Konzernumsatz von bis zu 14,5 Milliarden Euro an. Die operative Marge soll bei rund 19 Prozent liegen.
Der Messeauftritt in Berlin dient nun als Schaufenster für künftiges Wachstum. Gelingt es Rheinmetall, aus den präsentierten Technologien zeitnah verbindliche Großaufträge zu generieren, könnte das Vertrauen der Investoren zurückkehren. Ohne konkrete Vertragsabschlüsse bleibt die Diskrepanz zwischen vollen Auftragsbüchern und schwachem Aktienkurs vorerst bestehen.
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