Rheinmetall Aktie: Analyst-Roulette vor den Zahlen?
RBC hält an positiver Bewertung fest, während Berenberg das Kursziel senkt; Rheinmetall verdoppelt zudem seine Kreditlinie.

- RBC bestätigt Einstufung und Kursziel
- Berenberg senkt Rating auf Hold
- Kreditrahmen auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt
- Australische Einheit vereinbart Technologiekooperation
Während die Aktien des Rüstungskonzerns Rheinmetall nach den Verlusten der vergangenen Monate eine Konsolidierung suchen, gehen die Einschätzungen am Markt auseinander. Vor der anstehenden Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal bestätigte RBC Capital Markets gestern die Einstufung für das Unternehmen mit „Outperform“.
Die Bank beließ ihr Kursziel bei 1.600 Euro und signalisiert damit deutliches Erholungspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Zum Ende der Handelswoche schloss die Aktie am Freitag bei 935,30 Euro.
Geteilte Meinungen vor den Quartalszahlen
Unter den Analystenhäusern herrscht vor dem Zwischenbericht keineswegs Einigkeit. Medienberichten zufolge stufte das Analysehaus Berenberg den Wert gestern von „Buy“ auf „Hold“ herab. Gleichzeitig senkten die Experten ihr Kursziel von 1.600 auf 1.020 Euro und begründeten diesen Schritt mit bestehenden Unsicherheiten über das mittelfristige Wachstum des Unternehmens.
Damit stehen sich am Markt zwei gegensätzliche Perspektiven gegenüber. Auf der einen Seite steht das Vertrauen von RBC in die weitere Entwicklung im Vorfeld der Geschäftszahlen. Auf der anderen Seite wiegt die Skepsis von Berenberg bezüglich des künftigen Expansionstempos schwer. Dieser Zwiespalt spiegelt sich auch im bisherigen Jahresverlauf wider: Seit Jahresanfang summiert sich das Kursminus bei dem Papier auf 40 Prozent.
Konkrete Hinweise auf die operative Verfassung verspricht der nächste offizielle Berichterstattungstermin. Das Management plant die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal am 5. November. Gemäß dem Finanzkalender des Unternehmens ist die Bekanntgabe für 7:30 Uhr vorgesehen.
Finanzielle Reserve und internationale Kooperationen
Um für künftige Aufgaben gerüstet zu sein, sicherte sich das Unternehmen frühzeitig zusätzlichen Spielraum. Am Donnerstag erneuerte Rheinmetall seine syndizierte Kreditlinie vorzeitig und verdoppelte das verfügbare Volumen von 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro. Die neue Vereinbarung ersetzt den bisherigen Rahmen vollständig und steht für allgemeine Unternehmenszwecke zur Verfügung.
Parallel dazu treibt der Konzern internationale Technologieprojekte voran. Rheinmetall Defence Australia unterzeichnete eine Kooperationsvereinbarung mit dem Partner Breaker, um Systeme für die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in gepanzerten Fahrzeugen zu integrieren. Diese Technologie wurde mit dem Boxer-Radspähpanzer in Australien demonstriert.
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