Rheinmetall Aktie: Auftragsbestand springt auf 80,5 Milliarden

Rheinmetall verzeichnet kräftiges Umsatzplus, senkt aber wegen der F126-Stornierung die Jahresprognose. Rekordauftragsbestand und neue Großaufträge stützen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzsprung um 69 Prozent
  • F126-Storno belastet Jahresausblick
  • Rekordhoch beim Auftragsbestand
  • Insider-Käufe trotz Kursrückgang

Rheinmetall hat am Donnerstag vergangener Woche Zahlen vorgelegt, die trotz eines herben Rückschlags Stärke zeigen. Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 stieg um 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,289 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro zu. Die operative Marge kletterte auf 17,1 Prozent.

Überschattet wurde der Bericht von der Stornierung des F126-Fregattenprogramms durch die Bundesregierung, ein Auftrag mit einem Volumen von rund 10 Milliarden Euro. Für 2026 rechnet Rheinmetall dadurch mit einem Umsatzausfall von etwa 300 Millionen Euro. Das Management stufte die Auswirkung auf die Profitabilität als begrenzt ein, da die betroffene Marineeinheit im Konzern klein ist und das Portfolio breit gestreut bleibt.

Auftragsbestand wächst auf Rekordniveau

Der Auftragsbestand kletterte im ersten Halbjahr auf 80,467 Milliarden Euro, ein Plus von 43,8 Prozent gegenüber den 55,972 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Allein im zweiten Quartal gingen neue Aufträge über 11,371 Milliarden Euro ein, darunter ein Vertrag über Loitering-Munition mit der Bundeswehr und ein Auftragspaket im Rahmen des SAFE-Programms mit Rumänien.

Auch operativ zeigte sich die Dynamik: Für das erste Halbjahr meldete Rheinmetall einen Umsatz von 5,227 Milliarden Euro nach 3,749 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, das operative Ergebnis stieg von 453 auf 786 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie fiel im Halbjahresvergleich dennoch leicht von 2,88 auf 2,66 Euro.

Wegen der F126-Stornierung passte der Konzern seine Jahresprognose an: Statt bis zu 14,5 Milliarden Euro erwartet Rheinmetall nun einen Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro, bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Die Cash-Conversion-Rate soll über 40 Prozent liegen, die Dividende je Aktie um 36 Prozent auf 15,60 Euro steigen.

Neue Aufträge aus mehreren Ländern

Neben dem Großauftrag mit Rumänien meldete Rheinmetall im Juli einen Digitalisierungsauftrag der Bundeswehr über 100 Millionen Euro für die Fahrzeugflotte, eingebettet in einen Rahmenvertrag mit Rheinmetall Electronics und Blackned über insgesamt 1,2 Milliarden Euro, von dem rund 730 Millionen Euro auf Rheinmetall entfallen.

In Großbritannien sicherte sich der Konzern im Konsortium Omnia Training einen Anteil von etwa 1 Milliarde Euro über 15 Jahre für die Digitalisierung der Gefechtsausbildung. Hinzu kommt ein Erstauftrag für das Flugabwehrsystem Skynex über mehrere hundert Millionen Euro sowie ein Auftrag aus Marokko für sieben mobile Feldhospitäler im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Zudem gab die Europäische Kommission Ende Juli grünes Licht für den geplanten gemeinsamen Erwerb der KS Huayu AluTech GmbH durch Porsche und Rheinmetall.

Aktie erholt sich, bleibt aber unter Vorjahresniveau

An der Börse zeigt sich das Bild gespalten. Die Aktie notiert vorbörslich bei 1.145,40 Euro, nahezu unverändert zum gestrigen Schlusskurs. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 16,52 Prozent, was auf eine spürbare Erholung von den Tiefständen hindeutet. Seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch mit 26,22 Prozent im Minus, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 2.007 Euro Anfang Oktober beträgt der Abstand sogar 42,93 Prozent.

Bemerkenswert: Medienberichten zufolge kauften in den vergangenen 90 Tagen fünf Insider beziehungsweise Führungskräfte in 15 Transaktionen Aktien im Wert von rund 17,4 Millionen Euro – und das trotz eines zweistelligen Kursrückgangs im Zuge der Q1-Zahlen.

Das Signal aus den eigenen Reihen passt zu den operativen Daten: Wachsender Auftragsbestand und robuste Margen sprechen dafür, dass der Rückschlag durch die Fregatten-Stornierung eher eine Episode als eine Trendwende darstellt.

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