Rheinmetall Aktie: Ausbruch über 1.233,40 Euro
Rheinmetall nähert sich der charttechnischen Hürde bei 1.233,40 Euro. Die gesenkte Jahresprognose belastet weiter, während operative Zahlen überzeugen.

- Kursplus von 3,5 Prozent am Mittwoch
- Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233 Euro
- Umsatzprognose auf 13,7 Milliarden gesenkt
- F126-Programm entfällt aus Planung
Die Rheinmetall-Aktie legt am Mittwoch kräftig zu und notiert am Vormittag bei 1.183,60 Euro, ein Plus von 3,50 Prozent gegenüber dem Dienstagsschluss. Damit rückt der Rüstungskonzern erneut an eine charttechnische Marke heran, die Anleger seit Tagen im Blick haben: die Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 Euro.
Widerstand bleibt die entscheidende Hürde
Charttechnisch hat sich an der Ausgangslage wenig geändert. Erst ein Ausbruch über 1.233,40 Euro würde nach Einschätzung von Chartbeobachtern den Weg für eine nachhaltige Erholung freimachen.
Gelingt der Sprung nicht und fällt der Kurs zurück unter 1.122 Euro, drohe hingegen ein weiterer Rückgang bis in Richtung 1.000 Euro, mit einer Unterstützung bei 946,60 Euro. Der heutige Kursschub bringt das Papier zwar näher an die Zone heran, ein klarer Ausbruch steht aber noch aus.
Der Rücksetzer der vergangenen Woche zeigt, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt: Binnen sieben Handelstagen verlor die Aktie noch gut zwei Prozent, bevor die aktuelle Erholung einsetzte.
Dass der Kurs inzwischen rund acht Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1.097,20 Euro notiert, unterstreicht die kurzfristige Dynamik nach oben – zugleich bleibt der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt und erst recht zum 52-Wochen-Hoch beträchtlich, ein Zeichen dafür, dass die grundsätzliche Skepsis seit dem Herbsthoch noch nicht vollständig gewichen ist.
Gesenkte Prognose wirkt nach
Hintergrund der volatilen Kursbewegungen der vergangenen Tage ist die am Halbjahresbericht festgemachte Reduktion der Jahresprognose: Rheinmetall rechnet nun mit einem Umsatz von mindestens 13,7 Milliarden Euro statt zuvor 14 bis 14,5 Milliarden Euro.
Als Grund gilt der Wegfall des F126-Fregattenprogramms aus der Planung. Diese Korrektur hatte den Kurs zunächst belastet, bevor die Erwartungen an die europäische Rüstungsindustrie insgesamt wieder in den Vordergrund rückten und für neue Kaufbereitschaft sorgten.
Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent. Auf der einen Seite steht ein operatives Geschäft, das die eigenen Erwartungen im zweiten Quartal deutlich übertroffen hat. Auf der anderen Seite hat der Konzern seine Wachstumsziele für das Gesamtjahr sichtbar zurückgenommen – ein Signal, das charttechnisch orientierte Investoren offenbar unterschiedlich gewichten.
Die kommenden Handelstage dürften zeigen, ob der aktuelle Schwung reicht, um die Widerstandszone bei 1.233,40 Euro tatsächlich zu durchbrechen, oder ob sich die Aktie erneut in Richtung der tieferen Unterstützungsmarken bewegt.
Im breiteren Marktumfeld profitiert Rheinmetall an diesem Mittwoch von einer insgesamt freundlichen Stimmung gegenüber europäischen Rüstungswerten, die sich auch bei anderen Branchenvertretern wie dem Werftkonzern TKMS zeigt. Für die Rheinmetall-Aktie selbst bleibt die technische Marke jedoch der Punkt, an dem sich in den nächsten Tagen entscheiden dürfte, welche Richtung sich durchsetzt.
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