Rheinmetall Aktie: Backlog auf Rekord 80,5 Milliarden Euro

Rheinmetall kappt Umsatzziel wegen F126-Streichung, meldet aber Rekord-Backlog von 80,5 Mrd. Euro und starke Halbjahreszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzprognose wegen Fregatten-Aus gesenkt
  • Operatives Ergebnis steigt um 74 Prozent
  • Rekordauftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro
  • Goldman Sachs bestätigt Kaufempfehlung mit 2.300 Euro

Rheinmetall hat am Freitag seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt und gleichzeitig kräftig gewachsene Halbjahreszahlen vorgelegt. Der Konzern rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht stand. Grund ist die Streichung des Fregattenprogramms F126 durch die Bundesrepublik Deutschland. An der operativen Ergebnismarge von rund 19 Prozent für das Gesamtjahr hält der Konzern trotz der Kürzung fest.

Operatives Ergebnis übertrifft Erwartungen deutlich

Im ersten Halbjahr wuchs der Konzernumsatz um 39 Prozent auf 5,227 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro, nach 453 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die operative Marge verbesserte sich von 12,1 auf 15,0 Prozent. Allein im zweiten Quartal lag das operative Ergebnis bei 562 Millionen Euro und damit über dem Marktkonsens von rund 470 Millionen Euro. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um knapp 70 Prozent auf etwa 3,3 Milliarden Euro. Die Zahlen zeigen, dass die Rüstungsnachfrage das operative Geschäft trägt – auch wenn ein einzelnes Großprojekt wie F126 im Portfolio spürbare Spuren in der Umsatzplanung hinterlässt.

Der Blick auf den Auftragsbestand relativiert die Prognosekürzung zusätzlich. Zum 30. Juni erreichte das Rheinmetall-Backlog einen Rekordwert von 80,5 Milliarden Euro, nach 56,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Im zweiten Quartal allein verbuchte der Konzern Neuaufträge im Volumen von 11,4 Milliarden Euro. Ergänzend meldeten Medien am Donnerstag, dass Rheinmetall im Rahmen eines rumänischen Rüstungspakets mit einem Gesamtwert von 5,7 Milliarden Euro Aufträge für den Bau von vier Marineschiffen erhalten hat. Der volle Auftragsbestand dürfte damit weiter wachsen, auch wenn der Rumänien-Deal in den bislang berichteten Backlog-Zahlen noch nicht enthalten ist.

Analysten bleiben trotz Prognosekürzung optimistisch

Goldman Sachs bekräftigte am Freitag ihre Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 2.300 Euro und bezeichnete die Quartalsergebnisse als stark. Die Einschätzung reagiert direkt auf die frisch vorgelegten Halbjahreszahlen und den Rekordauftragsbestand.

Die Deutsche Bank hatte ihr Kursziel für Rheinmetall bereits Anfang Juli von 2.100 auf 1.800 Euro gesenkt, die Einstufung „Buy“ jedoch beibehalten. Diese Anpassung lag mehr als einen Monat vor den aktuellen Halbjahreszahlen und spiegelt insofern nicht die jüngste Nachrichtenlage wider.

An der Börse reagierten Anleger am Freitag verhalten: Die Aktie schloss bei 1.145,40 Euro und gab damit 0,40 Prozent nach. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 7,71 Prozent, während der Titel seit Jahresbeginn 26,22 Prozent verloren hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro, erreicht am 3. Oktober 2025, ist die Aktie inzwischen 42,93 Prozent entfernt – ein Zeichen dafür, dass die Rüstungsrally des vergangenen Jahres deutlich an Schwung verloren hat, selbst wenn das operative Geschäft weiterwächst.

Die kommenden Monate dürften zeigen, ob der Rekordauftragsbestand die verlorene Umsatzdynamik aus dem F126-Aus kompensieren kann. Die nächste Standortbestimmung liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal, die für den 7. November angesetzt ist.

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