Rheinmetall Aktie: Bundestag stimmt 9. Dezember über Arminius ab
Rheinmetall meldet starkes Quartalswachstum und baut den Auftragsbestand aus, während der Arminius-Vertrag noch verhandelt wird.

- Arminius-Verhandlungen für September angesetzt
- Fahrzeuggeschäft bringt 12,4 Milliarden Euro
- Quartalsumsatz steigt um rund 69 Prozent
- Aktie bleibt 49 Prozent unter Jahreshoch
Der Countdown für den größten Rüstungsdeal in der Geschichte von Rheinmetall läuft: Die finalen Verhandlungen zwischen dem Konsortium und der Bundeswehr über das Projekt Arminius sind für die zweite Septemberwoche angesetzt. Danach soll der Bundestag am 9. Dezember über den Vertrag abstimmen, wie aus Unternehmensangaben hervorgeht. Konzernchef Armin Papperger rechnet fest mit diesem Termin.
Für Rheinmetall steht viel auf dem Spiel. Aus dem Fahrzeuggeschäft rechnet der Konzern bis Ende des Jahres mit rund 12,4 Milliarden Euro. Fünf bis zehn Tage nach der Bundestagsabstimmung könnte die Unterzeichnung erfolgen – ein Zeitplan, der die Vergabe noch kurz vor Jahresende ermöglichen würde. Bereits im Dezember oder Januar könnte Rheinmetall eine Anzahlung von rund 3 Milliarden Euro erhalten, das entspricht 30 Prozent des Auftragsvolumens.
Servicevertrag verdoppelt das Volumen
Neben dem Fahrzeuggeschäft zeichnet sich eine separate Support-Vereinbarung ab. Der Gesamtservicevertrag soll ein Volumen von etwa 4 Milliarden Euro umfassen, wovon rund 2 Milliarden Euro auf Rheinmetall entfallen. Ein Abschluss im Januar 2027 gilt als möglich. Zusammengenommen käme das Unternehmen damit auf ein Auftragsvolumen von etwa 14,4 bis 14,5 Milliarden Euro allein aus dem Arminius-Komplex.
Das operative Geschäft liefert dazu einen soliden Unterbau. Im zweiten Quartal erzielte Rheinmetall einen Umsatz von 3,29 Milliarden Euro, ein Plus von rund 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis lag bei 562 Millionen Euro und übertraf den Analystenkonsens von 469,9 Millionen Euro um rund 20 Prozent.
Der Auftragsbestand kletterte im selben Zeitraum über die Marke von 80 Milliarden Euro, gestützt unter anderem durch einen Vertrag über Loitering-Munition mit der Bundeswehr sowie ein Auftragspaket mit Rumänien im Rahmen des SAFE-Programms.
Expansion auf mehreren Kontinenten
Parallel zum deutschen Milliardendeal treibt Rheinmetall sein internationales Geschäft voran. In den USA lieferte die Tochter American Rheinmetall den ersten von acht Prototypen des Kampffahrzeugs Lynx XM30 an die US-Armee aus. Die kanadische Einheit erhielt zudem einen Auftrag der US-Marine für Ersatzkomponenten mobiler Startgeräte im einstelligen Millionen-Euro-Bereich, mit Auslieferungen bis Ende 2028.
Auch bei unbemannten Systemen kommt Rheinmetall voran: Das Luftfahrtamt der Bundeswehr erteilte dem Aufklärungssystem LUNA NG eine vorläufige Verkehrszulassung. In Nordhessen kündigte der Konzern zudem eine Investition von 260 Millionen Euro an – ein Zeichen für den weiter wachsenden Kapazitätsbedarf.
Die Aktie selbst zeigt sich von der Nachrichtenlage bislang unbeeindruckt und notiert rund 49 Prozent unter ihrem Zwölfmonatshoch von 2.007,00 Euro vom 3. Oktober 2025. Nach der jüngsten Prognosesenkung vor rund einem Monat bleibt der Kurs unter Druck, auch wenn die operativen Zahlen und das absehbare Arminius-Volumen ein anderes Bild zeichnen als der Chart. Anleger dürften nun auf den Verhandlungsabschluss in der kommenden Woche als nächsten konkreten Kurstreiber blicken.
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