Rheinmetall Aktie: Bundeswehr bestellt 149 Rettungsstationen

Rheinmetall sichert sich Großauftrag der Bundeswehr für Sanitätsausrüstung. Der Rüstungskonzern erweitert sein Portfolio und stärkt den vollen Auftragsbestand trotz gesenkter Prognose.

Die Kernpunkte:
  • Bundeswehr bestellt 149 Rettungsstationen
  • Auftragsbestand erreicht 80,4 Milliarden Euro
  • Jahresprognose nach F-126-Storno gesenkt
  • Insider kaufen Aktien im Wert von 17,4 Mio.

Rheinmetall baut sein Geschäft mit medizinischer Militärausrüstung deutlich aus. Der Konzern erhält von der Bundeswehr einen Auftrag über mehr als 500 Millionen Euro brutto für 149 zusätzliche mobile Rettungsstationen, wie am Montag bekannt wurde. Damit steigt der Gesamtbestand auf 165 Systeme, der Gesamtauftragswert liegt über 600 Millionen Euro brutto.

Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Bestellungen ein, die den prall gefüllten Orderbestand des Rüstungskonzerns weiter stützen. Zum Ende des zweiten Quartals stand der Auftragsbestand bei 80,4 Milliarden Euro, ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 70 Prozent davon sind feste Aufträge, 90 Prozent für die kommenden zweieinhalb Jahre bereits gesichert.

Rettungsstationen als Ergänzung zum Kerngeschäft

Die mobilen Rettungsstationen sind für die medizinische Versorgung im Feld konzipiert und ergänzen das Portfolio des Unternehmens abseits klassischer Waffensysteme wie Boxer-Fahrzeuge oder Munition. Der Auftrag zeigt, wie breit sich Rheinmetall inzwischen im Bereich militärischer Infrastruktur aufstellt – von Landsystemen über Marineaufträge bis hin zu Sanitätsausrüstung.

Parallel dazu verhandelt der Konzern über weitere Großprojekte. Für den Boxer-Bereich erwartet Rheinmetall eine Vertragsunterzeichnung bis Jahresende, im Dezember soll zudem das sogenannte Arminius-Programm mit einem Volumen von rund 25 Milliarden Euro unter Vertrag gehen. Die finalen Gespräche dazu sind für die zweite Septemberwoche terminiert, die parlamentarische Behandlung für den 9. Dezember angesetzt.

Wachstum trotz gesenkter Jahresprognose

Der neue Auftrag fällt in eine Phase, in der Rheinmetall vor gut einer Woche seine Jahresprognose gesenkt hatte – Grund war die Stornierung des Fregatten-Programms F-126 durch die Bundesregierung. Der Umsatzausblick für 2026 wurde daraufhin auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro reduziert, die operative Marge von rund 19 Prozent aber bestätigt. Seit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen hat sich die Aktie um 3,3 Prozent erholt.

Der Rettungsstationen-Auftrag liefert nun ein Gegengewicht zu den Sorgen um einzelne gestrichene Programme: Er zeigt, dass die Bundeswehr über verschiedene Beschaffungslinien hinweg weiter kräftig bei Rheinmetall bestellt.

Das Unternehmen selbst verweist auf einen steigenden deutschen Verteidigungshaushalt, der laut Angaben der Bundesregierung von 86,5 auf 108 Milliarden Euro wachsen soll – ein Umfeld, das die Auftragsdynamik des Konzerns strukturell stützt.

Kursreaktion verhalten, Bewertung bleibt gedämpft

An der Börse reagierten Anleger auf die Nachricht zurückhaltend. Die Aktie schloss am Dienstag bei 1.211,80 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 23 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch weiterhin 22 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007 Euro, erreicht Anfang Oktober, trennen die Aktie damit noch immer 40 Prozent.

Die Analystenmeinungen zur Aktie bleiben gespalten. JPMorgan bestätigte am 17. August seine neutrale Einstufung mit einem Kursziel von 1.350 Euro und verwies auf zunehmende mittelfristige Unsicherheiten – ein Hinweis darauf, dass trotz der guten Auftragslage nicht alle Beobachter von einer schnellen Erholung ausgehen.

Bemerkenswert ist unterdessen das Verhalten einiger Führungskräfte: In den vergangenen 90 Tagen kauften fünf Insider trotz des zweistelligen Kursrückgangs seit Jahresbeginn Aktien im Gesamtwert von rund 17,4 Millionen Euro zu.

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