Rheinmetall Aktie: Bundeswehr bestellt LLM-VarioRay
Rheinmetall sichert sich einen Großauftrag für LLM-VarioRay-Module. Die Lieferung an die Bundeswehr erstreckt sich über sieben Jahre und stärkt den Auftragsbestand.

- Bundeswehr bestellt LLM-VarioRay-Module
- Auftragswert im hohen Millionenbereich
- Auslieferung bis 2032 geplant
- Auftragsbestand steigt auf 73 Milliarden Euro
Die Bundeswehr bestellt weitere Laser-Licht-Module bei Rheinmetall. Der Abruf aus einem bestehenden Rahmenvertrag bringt einen Netto-Auftragseingang von mehreren hundert Millionen Euro. Der Konzern bucht ihn im zweiten Quartal 2026, die Auslieferung der sechsstelligen Stückzahl läuft bis 2032.
Langfristiger Abruf für die Infanterie
Die Module vom Typ LLM-VarioRay sind für das neue Sturmgewehr der Bundeswehr vorgesehen. Sie helfen Soldaten, Ziele zu entdecken, zu identifizieren und zu markieren. Hergestellt werden sie bei Rheinmetall Soldier Electronics in Stockach am Bodensee. Deutsche KMU profitieren als Zulieferer.
Das Gerät wiegt rund 250 Gramm. Es kombiniert Weißlicht-LED, Rotlicht-Markierer, Infrarot-Lasermarkierer und einen Infrarot-Beleuchter – montiert an der MIL-STD-1913-Schiene des Gewehrs.
Der Auftrag fällt in die Sparte Digital Systems. Deren Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 auf 349 Millionen Euro, das operative Ergebnis auf 18 Millionen Euro. Das ist fast eine Verdopplung zum Vorjahreszeitraum.
Buchungslogik und Auftragsbestand
Rheinmetall verbucht den Auftragseingang im zweiten Quartal. Die Erlöse fließen aber erst über sieben Jahre hinweg. Das stärkt den Auftragsbestand, ohne sofort voll umsatzwirksam zu werden.
Zum 31. März 2026 lag der Backlog bei 73 Milliarden Euro, die Nomination im ersten Quartal bei 4,9 Milliarden Euro. Der neue Abruf reiht sich in diesen Berg langfristiger Aufträge ein.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Konzern die Prognose: 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro Umsatz, eine operative Marge von rund 19 Prozent und eine Cash-Conversion-Rate über 40 Prozent.
Kurs nahe Vortagesschluss
Am Freitag notiert die Rheinmetall-Aktie bei 1.297,40 Euro, ein Plus von 0,50 Prozent zum Schlusskurs von 1.291,00 Euro am Donnerstag. Auf Wochensicht liegt das Papier 6,22 Prozent im Plus, auf Monatssicht 3,01 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie rund 19 Prozent.
Der RSI von 84,1 deutet auf eine technisch überhitzte Kursentwicklung hin. Der 50-Tage-Durchschnitt von 1.377 Euro bleibt knapp sechs Prozent entfernt.
Einordnung: Signal für die Breite des Geschäfts
Der Auftrag ist kein Megadeal, aber ein weiterer Beleg für die Diversifikation im Rüstungsgeschäft. Neben Fahrzeugen, Munition und Marine liefert jetzt auch die Infanterie-Ausrüstung einen langfristigen Beitrag zum Auftragsfluss.
Rheinmetall hat mit dem Abruf einen weiteren mehrjährigen Baustein. Die Investitionsrechnung für Anleger hängt nun davon ab, wie schnell der Konzern die vollen Auftragsbücher in Umsatz und freien Cashflow überführt. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Fortschritt bei der Kapitalbindung gelingt.
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