Rheinmetall Aktie: Dänemark bestellt MASS-System

Neuer Dänemark-Auftrag für Täuschkörpersysteme treibt Rheinmetall-Aktie. Trotz gesenkter Jahresprognose wächst der Auftragsbestand auf über 80 Milliarden Euro.

Die Kernpunkte:
  • Dänemark bestellt MASS-Täuschkörpersysteme
  • Aktie legt um zwei Prozent zu
  • Umsatzprognose für 2026 gesenkt
  • Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro

Rheinmetall meldet heute einen neuen Auftrag aus Dänemark im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für das Täuschkörpersystem MASS (Multi Ammunition Softkill Systems). Die Aktie reagiert positiv und notiert aktuell bei 1.196,60 Euro, ein Plus von 2,0 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag.

Auftrag reiht sich in starke Nachrichtenlage ein

Der dänische Auftrag kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Rheinmetall bereits im Fokus der Anleger steht. Erst gestern hatte der Konzern seine Halbjahreszahlen vorgelegt, seither hat die Aktie um 2,0 Prozent zugelegt. Nun folgt mit dem Geschäft für das Täuschkörpersystem ein weiterer operativer Baustein, der zeigt, dass die Auftragspipeline trotz politischer Rückschläge in einzelnen Sparten intakt bleibt.

MASS-Systeme dienen dem Schutz von Schiffen gegen anfliegende Lenkwaffen, indem sie Täuschkörper ausstoßen, die gegnerische Sensorik ablenken. Der dänische Zuschlag fügt sich damit in eine Reihe maritimer und sicherheitsrelevanter Aufträge, die Rheinmetall in den vergangenen Monaten gewinnen konnte – von der Übernahme der Naval Vessels Lürssen im März bis zum Konsortialauftrag Omnia Training für die britische Gefechtsausbildung im Juli.

Bilanz zeigt zweigeteiltes Bild

Der Halbjahresbericht vom Vortag hatte die eigentliche Grundlage für die jüngste Kursbewegung gelegt. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 69 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro, das operative Ergebnis kletterte um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro, die operative Marge erreichte 17,1 Prozent. Der Gewinn pro Aktie fiel dagegen um 8 Prozent auf 2,66 Euro.

Konzernchef Armin Papperger hatte sich laut Bloomberg zugleich „very unhappy“ über die Streichung des mit rund 10 Milliarden Euro bezifferten Marinevertrags für die F126-Fregatten durch die Bundesregierung geäußert.

Die Folge: Rheinmetall senkte seine Umsatzprognose für 2026 von zuvor 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro auf nun 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, die Marinesparte allein soll dadurch mit 300 Millionen Euro belastet werden. An der Dividende hält der Konzern trotzdem fest: Für 2026 sind 15,60 Euro je Aktie vorgesehen, ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auftragsbestand wächst weiter

Trotz der Kürzung im Marinegeschäft wächst der Auftragsbestand des Konzerns spürbar. Laut der Ad-hoc-Mitteilung zu den Halbjahreszahlen überschreitet der Backlog inzwischen 80 Milliarden Euro, der Auftragseingang im zweiten Quartal allein belief sich auf 11,371 Milliarden Euro. Damit übertraf Rheinmetall die eigene Umsatzprognose von mehr als 60 Prozent Wachstum deutlich.

Der Auftrag aus Dänemark liefert nun weiteres operatives Futter für diese Wachstumsgeschichte. Anders als der milliardenschwere Marinevertrag, dessen Streichung die Bundesregierung zu verantworten hat, zeigt das dänische Geschäft, dass internationale Kunden weiterhin auf die Sicherheitstechnik aus Deutschland setzen.

Für Anleger bleibt damit die Kombination aus politischem Gegenwind in einzelnen Segmenten und robuster globaler Nachfrage das prägende Bild der laufenden Woche.

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